Kreditnehmer auf Finmar: Welche Angaben schaffen Vertrauen und können die Anleger überzeugen? – Post #8

Die Kommentare zu unserem Post #6 nehmen wir zum Anlass, um unsere aktuellen Planungen vorzustellen und zu diskutieren. Wie sollten sich Kreditnehmer mit ihrem Projekt präsentieren, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen?

 

Jeder Kreditnehmer erstellt eine Projektseite, auf der alle Informationen zu Unternehmerperson, Unternehmen und Projekt übersichtlich zusammengefasst werden (s. Skizze). Kreditnehmer präsentieren sich mit ihrem Namen, Pseudonyme wird es nicht geben. Die Identität wird mit einer Signatur- und Geldwäschegesetz konformen Identifikationsmethode überprüft (bspw. PostIdent oder neuer Personalausweis).  Zusätzlich erstellen wir eine Liste mit Angaben, die für jeden Kreditnehmer verpflichtend sind. Wo und in welcher Form ein Bonitätsscoring einfließen wird, steht aktuell zur Diskussion. Darüber hinaus gehende Angaben, wie Businesspläne, o. ä. werden dagegen freiwillig sein.

An dieser Stelle entscheiden schließlich die Kreditgeber, welche Daten und Informationen sie überzeugen. Ggf. fragen sie nach weiteren Angaben, die sie für wichtig erachten. Ein Kreditgeber, der nichts von sich preisgeben will, wird auf Finmar keinen Erfolg haben. Dagegen schafft ein Kreditnehmer, der sich mit seinem Namen, eigener Website, etc. präsentiert, schlüssig erläutert, was er und/oder sein Unternehmen tun und wofür er einen Kredit benötigt, Vertrauen und wird ebendieses ernten.

Auf Finmar werden wir stärker als bestehende Angebote auf die Effekte der „Wisdom of the Crowd“ und die Einbeziehung sozialer Medien setzen. Es wird Diskussionsforen für Anleger und Kreditnehmer geben, und – ganz wichtig – die direkte Kommunikationsmöglichkeit zwischen Anlegern und Kreditnehmer.

In der Anfangsphase nach dem Launch der Plattform werden wir zunächst alle Kreditanträge persönlich prüfen und die Antragsteller persönlich beraten. Das sehen wir als notwendig an, um in dieser Phase maximale Sicherheit für die Anleger herzustellen, aber auch um für alle Beteiligten Lerneffekte zu generieren.

Veröffentlicht von

Clas Beese

Clas Beese

Clas ist Gründer von finmar. Die Idee entstand 2010: Clas erfuhr erstmals von Crowdlending. Kleine Kredite waren für Selbstständige fast unerreichbar, dass wusste er als Gründungsberater. Crowdllending für Selbstständige war der Schluß. Clas kündigte 2011 seinen Job und widmete sich finmar, seinem ersten Fintech-Startup. Die Plattform ging 2013 live. Trotz vieler Versuche wurde sie nicht erfolgreich. 2015 ging finmar offline.

3 Gedanken zu „Kreditnehmer auf Finmar: Welche Angaben schaffen Vertrauen und können die Anleger überzeugen? – Post #8“

  1. Hallo!

    Dass weniger Informationen für den Anleger zu mehr Vorsicht führt ist klar. Die Frage ist aber doch, ob die Informationen, die er gibt ein Fake sind oder echt. Bei einem Businessplan kann man das schwer prüfen, es behandelt die Zukunft. Da muss jeder Investor selbst entscheiden, ob er den Planungen traut. Aber wenn das Unternehmen Ist-Zahlen angibt, erwarte ich schon, dass Finmar diese anhand der BWAs und Jahresabschlüsse überprüft hat oder zumindest einen gut sichtbaren Hinweis schaltet, dass es nicht getan wurde. (Wenn Finmar nur Gründungen aufnimmt ohne Historie ist es sowieso nicht relevant.) Ebenso würde ich davon ausgehen, dass die Existenz des Unternehmens (Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug) geprüft wurde. Ist ja auch eine Art Identitätsprüfung.
    Bonitätsscoring? mhm, wo soll das bei Gründungen sinnvoll herkommen, außer die private Schufa?
    Wichtig wäre auch zu kommunizieren, welche verpflichtenden Daten der Unternehmer gegenüber Finmar angeben muss und welche davon veröffentlicht werden müssen. Bsp.: Wenn ein Unternehmer schon mal eine Pleite hingelegt hat, muss das offen angegeben werden oder nicht. Anders gesagt, wenn ein Hinweis darauf fehlt, kann ich mich darauf verlassen, dass er noch keine Pleite hatte oder nicht?

    schöne Grüße

    1. Hallo Herr Doberstein,

      Sie rütteln an unseren Grundfesten: Finmar steht für äußerste Transparenz einerseits, für persönliches Vertrauen andererseits. Daher hinaus werden wir nur Prüfungen vornehmen, wo es unbedingt notwendig erscheint. Ein wesentliches Merkmal unsere Tätigkeit ist es, dass wir die Prüfungskosten sehr gering halten, da die Crowd ein Kreditprojekt prüft. Darüber hinaus ist die Einbindung der Kreditnehmer in ihr soziales Netz, das auch die ersten finanzielle Beiträge leisten soll, ein weiterer Faktor der Risikoverminderung.
      Die Verantwortung für die Offenlegung von neben negativen Fakten wollen wir den Kredit suchenden Unternehmen jedenfalls nicht nehmen.
      px
      thomas panzer

      1. „… da die Crowd ein Kreditprojekt prüft …“
        Das ist es ja. Die von mir genannten Punkte (es geht nicht um das Konzept) kann die Crowd nicht prüfen! Da muss sie sich auf die Angaben verlassen. Wie sagt man so schön: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. “ Ob der Hinweis auf die angedachte Einbindung des sozialen Netzwerkes ausreicht, bezweifle ich. Ein offenes Netzwerk ohne jede Kontrolle ist ein leichtes Opfer für intransparente Spielchen oder gar krimineller Energie. Ich glaube nicht, dass dies sofort passieren wird. Aber typischerweise endet so etwas damit, dass man irgendwann negative Erfahrungen macht und daraus die Konsequenzen zieht. Speziell in der Politik oder in der Verwaltung findet man häufig diese Vorgehensweise, dass erst gehandelt, NACHDEM das Kind in den Brunnern gefallen ist, statt es proaktiv VOHER zu verhindern. Ich würde mich freuen, wenn das bei FInmar anders kommt. Zumal man solche „Barrieren“ für Betrüger doch sehr gut werblich (Vertrauensbildend!) einsetzen kann.
        Wie auch immer, viel Erfolg!

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