Kreditprojekt veröffentlicht: Crowdlending für Gesundheitsvorsorge – Post #52

Nymphia – Zeckenbekämpfung in Kitas und Schulen – So heißt das Projekt von Franz-Josef Leis aus projectimageWiesbaden. Damit nimmt er sich einen wichtigen Thema an, dass sich vielleicht nicht für eine Unterhaltung beim Abendessen eignet, und dennoch enorm wichtig ist: Dem Vorbeugen von Infektionen durch Zeckenbisse. Herr Leis hat einen Zeckenentferner erfunden, der handlich ist und äusserst einfach zu bedienen. Zeckenentfernung ist eilig, denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Das Produkt hat Herr Leis bereits in den Markt eingeführt und es wird beisielsweise über Apotheken vertrieben. Da Kinder beim draussen spielen besonders anfällig sind, müssen gerade Kitas und Schulen mit der Gerät ausgestattet werden. Benötigt werden €12.000 für 24 Monate. Herr Leis zahlt Ihnen als Anleger 6% Zinsen pro Jahr. Hier geht es zum Projekt auf www.finmar.com

„Das Kleinanlegerschutzgesetz verhindert Investitionen.“ Post #47

Drei ParagraphenzeichenNach dem Skandal um die Prokon Pleite sieht sich der Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Bundesjustiz- und Bundesfinanzministerium planen die Ausweitung der Regulierung des Kapitalmarktes. Dazu soll das Vermögensanlagenschutzgesetzes (VermAnlG) verändert und in seiner Gültigkeit erweitert werden. Diese Regulierung würde auch die Finanzierungsform des Crowdfunding betreffen.

Die Folgen des geplanten Kleinanlegerschutzgesetzes für das Crowdfunding:

  • Werbeverbot für Crowdfunding-Kampagnen auf facebook, twitter, etc.
  • Deutliche Risikohinweise auf jeder Art von Werbung
  • Anleger hätten die Pflicht zum Ausdrucken, Unterschreiben und postalischen Verschicken eines Vermögensanlage-Informationsblattes (VIB) ab einer Einlage von 250 Euro
  • Maximal 1 Mio Euro dürften Unternehmer pro Kampagne einsammeln
  • Anleger dürften sich mit maximal 10.000 € pro Kampagne beteiligen

Wir haben Johannes Tschesche gefragt, wie er die Pläne um das so genannte Kleinanlegerschutzgesetz aus Anlegersicht bewertet. Johannes Tschesche kennt und beobachtet seit Jahren die deutsche Startup- und Kleinunternehmen-Szene. Crowdfunding ist in den letzten Jahren dabei wichtiges Standbein des Portfolios geworden. Auf seinem Blog blog.smallcapservice.de informiert er regelmäßig über Trends, Risiken und Chancen des Crowdfunding und gibt Anlegern, die in Startups und Kleinunternehmen investieren wollen, Hilfestellungen. Wie kaum ein zweiter kann er deshalb aus Anlegersicht zu den geplanten Auswirkungen des neuen Kleinanlegerschutzgesetzes Stellung nehmen.

Herr Tschesche, die Bundesregierung möchte mit diesem Gesetz die deutschen Kleinanleger vor einem zweiten Prokon bewahren. Schützen diese Maßnahmen tatsächlich vor einer Fehlinvestition?

Diese Maßnahmen können in Einzelfällen nicht nur vor Fehlinvestitionen schützen, sondern sie werden es auch. Es werden nämlich sehr viele potenzielle Investoren nicht mehr investieren, weil es zu umständlich ist. Und wer nicht investiert, kann konsequenterweise auch keine Fehlinvestitionen tätigen. Aber die Beschneidung von Möglichkeiten kann keine Lösung in einem Land sein, welches sich für aufgeklärt hält und seinen Bürgern was von Freiheit und Selbstbestimmung erzählt. Ein Werbeverbot für Crowdfunding-Kampagnen in sozialen Netzwerken würde das Aus für die Schwarmfinanzierung bedeuten. Schließlich funktioniert das Konzept nur mit sozialen Netzwerken.

Was bringen die geplanten Risikohinweise und das Unterschreiben des Vermögensanlage-Informationsblattes aus Ihrer Sicht?

Einen deutlichen Risikohinweis auf jeder Art von Werbung fordere ich ebenfalls. Das ist überfällig. Insbesondere bei Anlagen, bei denen ein Totalverlust möglich ist, gehört dieser Hinweis auf jede Seite des Vertrags! Dieser Sachverhalt kann nicht oft genug und deutlich genug klar dargestellt werden.
Im Gegensatz zu den Anbietern diverser andere Kapitalanlagen sind die Crowdfunding-/Crowdinvesting-Portale in Deutschland an dieser Stelle aber sehr vorbildlich. Alle weisen überaus deutlich auf die Risiken hin. Wer das nicht mitbekommt, will es nicht wissen. Wenn man vergleichsweise in die Hochglanzprospekte der regulierten offenen Fonds oder die meisten Wertpapierprospekte schaut, wird man eine derart offene Kommunikation der Möglichkeit eines Totalverlustes nicht finden.
Im Zusammenhang mit Risikohinweisen sehe ich auch das Vermögensanlagen-Informationsblatt. Eine Art Klarvertrag für Kapitalanlagen befürworte ich ja ebenfalls schon länger. Dass sowas ausgedruckt, unterschrieben und postalisch versandt werden muss, ist natürlich totaler Schwachsinn. Wir kommunizieren heute auch nicht mehr mit Rauchzeichen. Derartige Regeln sind völlig realitätsfern. Aber natürlich muss technisch sichergestellt werden, dass diese Informationen angeboten wurden. Das kann man aber mit einem Double-Opt-In-Verfahren problemlos realisieren.

Aber die Funding-Ziel-Begrenzung auf eine Million und die maximale Anlage von 10.000 € pro Anleger könnten doch zum Schutz der Anleger hilfreich sein, oder?

Die Beschränkung auf 1 Mio. Euro als Funding-Ziel oder die Beschränkung eines einzelnen Investments auf maximal 10.000 Euro sind nicht sinnvoll. Wenn man davon absieht, dass die Prospektpflicht in ihrer aktuellen Ausgestaltung generell völliger Unfug ist, dann ist die Grenze für eine Ausnahme bis zu einem Betrag von 1 Mio. Euro für die Crowdfunding-Portale natürlich eine positive Entwicklung. Aber nur auf den ersten Blick. Bestimmte Branchen, wie z.B. der Maschinen- und Anlagenbau, werden so mittels Schwarmfinanzierung praktisch nicht finanziert werden können. Man darf auch nicht vergessen, dass die Portale Geld verdienen müssen, um dauerhaft existieren zu können. Dazu müssen die Umsätze noch deutlich steigen. So gesehen wäre also ein größerer Spielraum von mindestens 5 Mio. Euro für eine Ausnahme von der Prospektpflicht wünschenswert.
Warum man außerdem maximal 10.000 Euro investieren dürfen soll, ist ebenfalls fraglich. Beispielsweise wird so die Möglichkeit genommen, dass ein Lead Investor mit an Bord genommen wird. Dabei könnte gerade ein solcher sehr positiv für alle Beteiligten sein. Abgesehen davon ist auch hier die Grenze von 10.000 Euro völlig willkürlich. Man darf sich ja auch ohne staatliche Regulierung überteuerte Schrottimmobilien kaufen oder sein Geld im Kasino verspielen. Und warum sollten vermögende Investoren hier benachteiligt werden?

Hätten diese Maßnahmen die Prokon-Anleger geschützt? Würden die Prokon-Anleger heute besser dastehen, wenn es das Kleinanlegerschutzgesetz schon früher gegeben hätte?

Der Gesetzgeber sollte sich weniger Gedanken um ein zweites Prokon machen. Denn die meisten Verschärfungen des Kleinanlegerschutzgesetzes hätten bei Prokon überhaupt nicht gegriffen. Der Gesetzgeber muss verstehen, dass sich kriminelle Machenschaften nicht wegregulieren lassen. Wichtiger als vom Regulierungswahn getriebene Einschnitte in die unternehmerische Freiheit und in das Selbstbestimmungsrecht freier Bürger ist die Ermittlungsfähigkeit der existierenden Behörden. Was bringt ein Wertpapierprospekt, welches nur auf Formalitäten geprüft wird? Was bringen zusätzliche Ermächtigungen für die BaFin, wenn es um Betrug geht? Das ist dann und ist jetzt ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Wenn also Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass jemand betrogen wird, kann man also auch mit der jetzigen Gesetzeslage wunderbar agieren, wenn man denn wollte. Die BaFin kann und sollte gewisse Aufgaben schlicht nicht leisten, weil sie dafür nicht vorgesehen ist. Dafür gibt es andere Organe. Dem Anleger ist nicht damit geholfen, wenn mittels eines Kleinanlegerschutzgesetzes der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Abgesehen davon: Als Anleger/Investor mit überdurchschnittlichen Renditeerwartungen muss man eben auch mit einem überdurchschnittlichen Risiko rechnen. Auch ein Totalverlust gehört eben dazu.

Crowdinvesting wird gern als Teil des „grauen Kapitalmarktes“ bezeichnet. Als Plattform empfinden wir das als falsch, weil wir uns sehr um Transparenz auf allen Seiten bemühen und deshalb ungern mit Zwielichtigkeit in Verbindung gebracht werden. Können Sie es aus Anlegersicht dennoch verstehen, wenn diese Bezeichnung hin und wieder genutzt wird?

Die Unterscheidung der Kapitalmärkte nach grau, schwarz und weiß ist nicht sinnvoll. Außerdem funktioniert sie auch nicht. Aus Anlegersicht kann ich die Verwendung des Begriffes überhaupt nicht verstehen. Die alleinige Zugehörigkeit zum grauen Kapitalmarkt hat keinerlei Bedeutung. Als Anleger kann man daraus weder ableiten, wie sicher die Anlage ist, noch eine Bewertung hinsichtlich einer möglicherweise erzielbaren Rendite vornehmen. Der graue Kapitalmarkt ist auch kein Tummelbecken für Kriminelle, wie es teilweise in den Medien propagiert wird. Er ist weder gut, noch schlecht.

Haben Sie einen Tipp für Anleger, wie sie für sich größtmögliche Transparenz herstellen können und aufgeklärte, eigenständige Anlageentscheidungen treffen?

Als Anleger ist die Gewinnung von Informationen über das jeweilige Investment von entscheidendem Interesse, nicht die Zugehörigkeit zu irgendeinem Kapitalmarkt. Das bedeutet einerseits, dass man in Erfahrung bringen muss, welche Unternehmen und Personen dahinter stehen. Sobald man das weiß, kann man Recherchen über den Werdegang dieser Personen anstellen. Das ist heute mit Hilfe des Internets recht bequem geworden. Das Rechercheergebnis sagt dann oftmals mehr als jedes Wertpapierprospekt. Wenn dann beispielsweise jemand ohne jegliche Ausbildung und Reputation an der Spitze eines internationalen Fonds steht, dürfte das wenigstens ein Anzeichen dafür sein, dass man noch genauer hinschauen muss. Oftmals finden sich über windige Geschäftemacher bereits viele Berichte. Aber auch da muss man prüfen, wie vertrauenswürdig diese sind. Auch über die Unternehmen lässt sich mit Hilfe von hinterlegten Dokumenten, die man über das Handelsregister bekommt, eine Menge in Erfahrung bringen. Nicht zuletzt muss man das Geschäft verstehen, in welches man investiert. Im Idealfall rechnen Sie persönlich nach, wie die versprochene Rendite zustande kommt oder mit welchen Ergebnissen unter Ihnen als glaubhaft zugrundegelegten Zahlen zu rechnen ist. Wichtig ist außerdem, dass man sich die jeweiligen Vertragsunterlagen (meist Beteiligungs-, Darlehens- oder Zeichnungsunterlagen) in Ruhe durchliest und versteht. Im Zweifelsfall sollte man bei jemandem (dem man vertraut) nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. Die Investition betreffenden Fragen sollten von der Partei mit Kapitalbedarf auch dann zeitnah und sachlich bearbeitet werden, wenn sie sehr kritisch sind. Möglicherweise kann man auch durch eine Besichtigung des Unternehmens Fragen beantworten. Auch Jahresabschlüsse können eine wertvolle Hilfe sein. Die Aussagekraft irgendwelcher Scores von Wirtschaftsauskunfteien hingegen sind mit Vorsicht zu genießen. Man sollte sich auch keinesfalls unter Zeitdruck setzen lassen oder in etwas investieren, nur weil es gerade im Trend liegt. Alleine aufgrund von Hochglanzprospekten oder ausgefeilten Vorträgen und Filmen sollte niemand investieren.

Vielen Dank für das Interview, Herr Tschesche.

Schritt für Schritt zum starken Crowdfunding-Video – Post # 37

camera-147967_1280Wenn Sie Ihre Kampagne auf finmar zum Erfolg führen möchten, brauchen Sie ein überzeugendes Crowdfunding-Video, denn nur live und in Farbe können Sie Ihre Anleger von sich und Ihrem Projekt überzeugen! Aber an dem Video soll es nicht scheitern! Auch wenn Sie noch keine Erfahrung beim Filmen und Schneiden haben, können Sie einen überzeugenden Beitrag  erstellen. Hier zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie es angehen können.

  1. Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie sich andere Crowdfunding-Videos an.
  2. Schreiben Sie sich den genauen Text auf, den Sie während des Films sprechen wollen. Lesen Sie den Text in dem Tempo vor, in dem Sie es auch beim Dreh sprechen werden und stoppen Sie die Zeit. Das Video sollte nicht länger als zwei Minuten lang sein, bringen Sie es also auf den Punkt: Wer sind Sie, was machen Sie? Welche Erfolge hatten Sie schon? Was lieben Sie an Ihrer Tätigkeit? Warum sind Sie so gut in dem was Sie machen? Was haben Sie vor? Wofür brauchen Sie wie viel Geld? Wie würde Sie das Geld voranbringen? Wenn Sie bei maximal 60-90 Sekunden landen, sind Sie auf der sicheren Seite.
  3. Überlegen Sie sich einen kleinen Plot und schreiben Sie einen Drehplan. Was wollen Sie sagen, wie lange sollen bestimmte Teile dauern, was soll sonst gezeigt werden und wo soll gedreht werden? Durch das Aufschreiben bekommen Sie ein Gefühl für die Zeit, die Abläufe und die notwendigen Inhalte. Und Sie stellen sicher, dass Ihnen beim Zusammenschneiden keine Bilder fehlen. So kann ein Drehplan aussehen:
  4. Denken Sie an Schnittbilder! Diese braucht man, um beim Schnitt für schöne Übergänge und stimmige Anschlüsse zu sorgen, gerade wenn Szenen verkürzt werden sollen. Sie zeigen etwas, das in der Zwischenzeit passiert, damit der Sprung nicht auffällt. Klassische Schnittbilder während eines Interviews sind z. B.  die Hände vom Sprechenden,  aber es können auch Aufnahmen vom Produkt, des Arbeitsplatzes oder Anderes sein, das parallel stattfindet. Schnittbilder also mit in den Drehplan schreiben! Zuviel Bildmaterial ist besser als noch einmal filmen zu müssen!
  5. Das Video können Sie sowohl mit einem Camcorder, als auch mit einer Digitalkamera, der Webcam oder einem Smartphone drehen. Ganz ohne professionelle Ausstattung lässt sich beispielsweise mithilfe von Bücherstapeln ein Stativ basteln. Wählen Sie als Kamera möglichst das Gerät, das auch die besten Tonaufnahmen liefert.
  6. Drehen Sie nicht allein – Ihre Helfer werden Sie ins beste Licht rücken, Kritik äußern und neue Ideen haben!
  7. Kostenlose Videoschnitt-Software gibt es genügend. Für Windows-Nutzer ist Windows Movie Maker gut geeignet, um ohne viel Erfahrung einen einfachen Film zusammen zu schneiden. Für MAC-Benutzer bietet sich iMovie an.
  8. Schneiden Sie Ihren Film mithilfe der Software zusammen. Die Anleger und auch wir erwarten keine filmischen Höchstleistungen à la Hitchcock, aber mit Hilfe solcher Schnittprogramme lassen sich recht einfach schöne Ergebnisse erzielen. Nehmen Sie sich die Zeit sich einzuarbeiten – es lohnt sich!
  9. Musik macht aus dem Video eine runde Sache – aber Vorsicht, die meiste Musik darf nicht einfach verwendet werden und die Quelle muss auch immer angegeben werden. Lizenzfreie Musik finden Sie auf verschieden Webseiten und auch auf YouTube selbst, wo Sie ja auch Ihr Video hochladen werden.
  10. Zeigen Sie den fertigen Film Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten und holen Sie sich Rückmeldungen ein.
  11. Überarbeiten Sie den Film daraufhin ggf. noch einmal.
  12. Laden Sie Ihren Film auf YouTube hoch und verknüpfen Sie ihn mit Ihrer Kampagne auf finmar!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen! Posten Sie hier Ihre besten Tricks!

 

Quelle Bild: http://pixabay.com/de/kamera-video-recorder-film-147967/

So einfach lernen Sie erfolgreiches Crowdfunding – Post # 35

„Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er gibt auch anderen eine Chance.“ Was Winston Churchill schon damals wusste, gilt heute für Crowdfunding-Kampagnen ganz besonders. Will man also den Geschmack der Crowd treffen, können vorige Kampagnen enorm dabei helfen. Mit unseren Tipps lernen Sie, Fehler zu vermeiden und Best Practice zu integrieren.

Besonders effektiv: Websites, die Filterfunktionen anbieten und die Eckdaten der abgelaufenen Kampagnen anbieten. Eine dieser Seiten ist kickspy, die getreu ihrem Namen Projekte von Kickstarter.com listet. So kann man hier zum Beispiel nach den Kampagnen mit den meisten Unterstützern filtern oder nach den finanziell erfolgreichsten Kampagnen suchen. Auch nach Branchen lassen sich die gescheiterten, erfolgreichen, vergangenen und aktuellen Projekte sortieren.

So kann jeder der eine Kampagne startet gezielt nach seinem Wissensbedarf filtern. Die Erkenntnisse ergänzen dann die eigenen Vorbereitungen und stellen die Weichen in Richtung Erfolg.

Wer noch mehr tun will, der richtet erst sein Augenmerk darauf, „was“ er sagen will und achtet dann darauf, „wie“ er es sagt. So berichtete die Plattform golem.de kürzlich erst über eine aktuelle Studie von zwei US-Wissenschaftlern, welche die Inhaltsbeschreibungen von Crowdfunding-Kampagnen auf Kickstarter miteinander verglichen. Sie entdeckten unterschiedliche sprachliche Kategorien, die eine erfolgreiche Kampagne von einer fehlgeschlagenen unterscheiden. Hierzu gehörten insbesondere Wendungen, die

•         Gegenseitigkeit aufweisen („Sie bekommen dafür…“),

•         Knappheit suggerieren („hohe Nachfrage…“),

•         soziale Bezüge zu Dritten einschließen („Unsere Partner haben zugesagt, dass…“),

•         Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe vermitteln („Speziell für unsere Kunden…“)  und

•         Kompetenz und Kontrolle ausdrücken („Das Projekt startet am …“)

Sie konnten damit zeigen, dass Anleger eben nicht nur anhand des gebotenen Anreizes einer Kampagne entscheiden, sondern insbesondere auch anhand der Art und Weise der Präsentation des Kampagnen-Inhabers.

Darum setzen wir auf Transparenz im Crowdlending – Post #30

Kreditnehmer und Anleger machen sich öffentlichDie deutsche Sparstrumpf-Seele windet sich: Auf finmar sieht ja jeder, wem ich Geld leihe! Wieso geht das denn nicht anonym? Warum melden Menschen überhaupt öffentlich Kreditbedarf an? Die Antwort: Transparenz macht Crowdlending sicherer und effektiver.

Das Transparenzprinzip unterscheidet finmar von anderen Crowdlending-Plattformen, denn alle bisher in Deutschland verfügbaren Plattformen arbeiten anonym. Wenn gewollt und wenn alles gut läuft, dann bleiben die Identitäten der Anleger und Kreditnehmer voreinander verborgen. Das mag auch Vorteile haben, gerade wenn es sich um private Kreditnehmer handelt.

Aber auf finmar sind die Kreditnehmer aber Unternehmer und Selbständige. Sie profitieren von der Öffentlichkeit. Wie auf Kickstarter oder Indiegogo üblich, verbinden Unternehmer mit ihrer Crowdfunding-Kampagne die Themen Finanzierung und Marketing. Daher auch der Name „finmar“ als Zusammensetzung der jeweils beiden ersten Silben aus Finanzierung und Marketing. Dieser Mehrwert jedenfalls, der durch Marketing entsteht, wird durch Transparenz ermöglicht und durch Anonymität unmöglich gemacht. Der mühsam erstellte und bei der Bank eingereichte Business Plan kann die Sichtbarkeit des Projekts nicht erhöhen.

Die Transparenz wirkt nicht nur bei der Einwerbung des Kredits, sondern auch bei der Rückzahlung: Unter den Anlegern sind Freunde und möglichweise auch Kunden des Kreditnehmers. Werden Kreditraten verspätet oder gar nicht gezahlt, und alle Kredite auf finmar sind Ratenkredite, so bemerken die Anleger die ausbleibende Zahlung sofort.

Diese soziale Besicherung (oder im Englischen „Social Collateral) bringt höhere Rückzahlungsquoten, das erfreut nicht nur die Anleger, sondern auch die Kreditnehmer. Auf lange Sicht entsteht ein Marktplatz, auf dem endlich auch Selbstständige zu adäquaten Zinsen Kredite aufnehmen können.

Zudem glauben wir, dass es höchste Zeit ist, dem Bedarf nach Transparenz und Vertrauen in der professionellen Finanzdienstleistungsbranche nachzugehen und genau das zum Kern einer innovativen Dienstleistung zu machen.

Dieser Blogpost wurde inspiriert von folgendem Beitrag, den wir als Lektüre empfehlen möchten: „How P2P Social Banking can fix the Future of Finance“ von Morten Lund und Alexander Haislip in „Finanzdienstleister der nächsten Generation“, herausgegeben von Oliver Everling und Robert Lempka (2013 im Frankfurt School Verlag).