Kreditprojekt veröffentlicht: Crowdlending für Gesundheitsvorsorge – Post #52

Nymphia – Zeckenbekämpfung in Kitas und Schulen – So heißt das Projekt von Franz-Josef Leis aus projectimageWiesbaden. Damit nimmt er sich einen wichtigen Thema an, dass sich vielleicht nicht für eine Unterhaltung beim Abendessen eignet, und dennoch enorm wichtig ist: Dem Vorbeugen von Infektionen durch Zeckenbisse. Herr Leis hat einen Zeckenentferner erfunden, der handlich ist und äusserst einfach zu bedienen. Zeckenentfernung ist eilig, denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Das Produkt hat Herr Leis bereits in den Markt eingeführt und es wird beisielsweise über Apotheken vertrieben. Da Kinder beim draussen spielen besonders anfällig sind, müssen gerade Kitas und Schulen mit der Gerät ausgestattet werden. Benötigt werden €12.000 für 24 Monate. Herr Leis zahlt Ihnen als Anleger 6% Zinsen pro Jahr. Hier geht es zum Projekt auf www.finmar.com

Crowdfunding verbessert das Finanzsystem – Post #29

finmar bringt zwei Seiten zusammen: Anleger, also Menschen die gerade Geld zur Verfügung haben und Kreditnehmer, also Menschen die gerade mehr Geld brauchen als sie zur Verfügung haben. Eigentlich eine klassische Bankfunktion: Das Geld von vielen Sparern einsammeln und in größeren Bündeln an Kreditnehmer verleihen.

Warum also eine Crowdfunding-Plattform gründen, wenn es doch Banken gibt? Diese Frage ist uns in den letzten drei Jahren öfter gestellt worden, seitdem wir uns mit der Gründung von finmar beschäftigen.

Grafik Crowd-Entscheidung versus Einzelentscheidung

Wir glauben, dass es dafür einige gute Gründe gibt:

  1. Die Kreditentscheidung sollte von demjenigen getroffen werden, dem das Geld auch gehört. Also nicht der Bankberater, bzw. die komplizierten Entscheidungsmechanismen der Bank, sondern der einzelne Anleger selbst. Das führt zu verantwortungsvolleren Entscheidungen und leistet einen Pionierbeitrag zur Stabilisierung unsers Finanzsystems.
  2. Die Crowd entscheidet anders als der Bankberater. Und das ist gut so. Denn viele Menschen, im Idealfall mehrere Hundert, haben mehr Informationen zur Verfügung. Einige kennen den Kreditnehmer persönlich, andere zählen zum direkten Umfeld und noch andere dürfen die Vertrauenswürdigkeit, also die Ernsthaftigkeit des Rückzahlungswillen des Kreditnehmers, mit ihrem Bauchgefühl einschätzen. Der Bankberater muss seine Vorgaben beachten und Computersysteme entscheiden lassen. Wir glauben nicht daran, dass Computer Bauchentscheidungen treffen können. Jedenfalls noch nicht in 2013.
  3. Die Crowd trägt die Prüfkosten und hat Spaß dabei. Man schaut sich Projekte an, die empfohlen worden sind oder stöbert einfach durch die Projekte. Hinter jedem Kreditgesuch steckt ein Geschichte, ein Vorhaben das verwirklicht werden soll, ein Mensch den etwas antreibt. Das ist jemand der Unterstützung braucht und bereit ist, seinen Erfolg zu teilen, bei finmar in Form von Zinsen. Und so tragen die Anleger die Kosten der Kreditprüfung gemeinsam (Sozialisierung der Kreditprüfungsfixkosten). Das ist effizienter als bei einer Bank. Sowohl für Anleger und Kreditnehmer bleibt am Ende mehr übrig. Eine Bank kann und darf nicht so vorgehen.
  4. Vermutlich höhere Rückzahlungsquoten als im klassischen Bankgeschäft erhöhen zudem den Mehrwert für Anleger sowie für Kreditnehmer. Warum wir das glauben, schreiben wir im nächsten Beitrag.

5 Arten! Royalty-based Crowdfunding erweitert unsere Welt. Post #25

5 Arten des Crowdfunding: royalty-based crowdfunding, equity-based crowdfunding, reward-based crowdfunding, donation-based crowdfunding, lending-based crowdfundingUpdate zum Post Das ist Crowdlending: Eine fünfte Art von Crowdfunding macht von sich reden, das royalty-based Crowdfunding.

Dabei bekommt der Geldgeber als Gegenleistung für sein Investment einen Anteil der Einnahmen aus dem finanzierten Projekt. (vgl. CF2013, massolution)

Für den Geldgeber ist dieses Modell also eine Wette auf den dauerhaften Erfolg eines einzelnen Produkts oder einer Idee. Für den Projekt-Inhaber haben die Royalties den Vorteil, dass er keine Anteile seines Unternehmens abgibt und die Zahlungsverpflichtung erst beim Projekterfolg eintritt. Interessant kann royalty-based Crowdfunding deshalb zum Beispiel für Patente und Erfindungen, Filme, Musikstücke, Games und Software oder Mode werden. Erste Projekte finden sich zum Beispiel bei Shares in Stars.

Und richtig spannend wird es, wenn nicht Geld ausgeschüttet wird, sondern Produkte oder Dienstleistungen. Dann bringt das Investment beim Winzer vielleicht richtig guten Wein, das beim Bäcker frische Brötchen und das beim Spa ein paar Wellnessgutscheine. Dann vermischen sich reward- und lending based Crowdfunding.

Wir sind gespannt, was uns dieser vielversprechende, jüngste Teil der Crowdfunding Welt in Zukunft bringt.

 

 

Deutsche Bank begrüßt Crowdfunding – und sagt doch nur die halbe Wahrheit – Post #20

Die Deutsche Bank Research begrüßt in ihrem letzen Kommentar von Thomas Dapp die Entwicklungen im Bereich Crowdfunding. Zu Grunde liegt seine Publikation „Crowdfunding: An alternative source of funding with potential“.

Viele (Solo-)Selbstständige, Frei- und Kreativschaffende haben Schwierigkeiten, ihre Projekte zu finanzieren. Künftige Mittelzuflüsse – und damit die Basis für Kreditrückzahlungen – sind schwer abzuschätzen. Daneben verfügen viele der Selbstständigen meist über keine (hinreichenden) Sicherheiten oder regelmäßige Einkommensströme. Eine klassische Finanzierung über Finanzinstitute wird dadurch zur Herausforderung.“ heißt es im Kommentar.

Die Beobachtung ist richtig, aber der Schluss ist falsch. Natürlich haben Selbstständige riesige Schwierigkeiten, ihre Projekte zu finanzieren. Das ist die Lebenswirklichkeit da draußen. Mangelnde Sicherheiten und unregelmäßiges Einkommen sind vielleicht aus der Sicht einer Bank genügend Merkmale für die Stigmatisierung Selbstständiger. Diese Merkmale tragen Arbeitnehmer heutzutage aber genauso. Die Zeiten sind lange vorbei, in denen man zwischen den risiko-reichen Selbstständigen und den quasi-verbeamteten Angestellten wie zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden kann.

Viel gewichtiger ist, und das wird im Kommentar gar nicht erwähnt, dass hohe Ausfallraten bei Krediten an Selbstständige gar nicht der Grund für Absagen sind. Vielmehr sind es die Kosten für die Kreditprüfungen bei Selbstständigen. Da werden Business Pläne gelesen und analysiert, die BWAs, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen werden nach Basel I, II,III in den Computer eingegeben und irgendwie bewertet. Dieser Aufwand kostet Geld, das Geld der Bank. Unbestätigten Schätzungen zu Folge betragen die Kreditprüfungsfixkosten in Deutschland im Durchschnitt € 1.800.

Wenn nun ein Selbstständiger von seiner Hausbank einen Firmenkredit über € 10.000 möchte, dann wird schnell klar, dass die Bank die € 1.800 für die Prüfung nicht zurück verdienen kann. Das ist der Kern des Problems, nicht etwa Ausfallraten.

Banken sagen das nicht offen. Und so hält sich stetig das Märchen von den risikoreichen, unzuverlässigen Selbstständigen, die keine Kredite zurückzahlen können. Deswegen gründen wir finmar!

Am Ende des Kommentars ist ein QR-Code zu sehen. Sorry, liebe Deutsche Bank, aber diesen Link-Tipp können wir uns nicht verkneifen: „The Problem With QR Codes“ von Scott Stratton.

finmar unterstützt „A Framework for European Crowdfunding“ – Post # 19

Wir unterstützen das White Paper „A Framework for European Crowdfunding“ von Kristof De Buysere, Oliver Gajda, Ronald Kleverlaan und Dan Marom.

Das Autorenteam betont darin die Notwendigkeit der Einführung nutzerfreundlicher Gesetzgebung für den Bereich des Crowdfunding. Auch fordert das Papier eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit, um die Marktteilnehmer sicherer agieren zu lassen. Darüber hinaus wird die stärkere wissenschaftliche Aufmerksamkeit angefordert.

www.crowdfundingframework.eu

Hier zum Download: European_Crowdfunding_Framework_Oct_2012