Crowdfunding und Social Media – Post #16

Aktuelle Einschätzungen zu Crowdfunding beginnen häufig mit einem Blick zurück: Die Freiheitsstatue wurde den Amerikanern im Jahr 1886 von den Franzosen geschenkt, doch der Sockel für die Statue fehlte. Tageszeitungen aus New York riefen daraufhin zur Sammlung von Spenden auf und initiierten mit ihrem Erfolg so etwas wie die Geburtsstunde des Crowdfunding. Allerdings dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis Crowdfunding endgültig populär wurde. Entscheidende Faktoren für den aktuellen Erfolg spielen dabei Social Media (Facebook, Xing, Linkedin, Twitter etc.) und Micropayment-Systeme (bspw. Paypal).

Ohne Social Media müssten Starter für ihre Crowdfunding-Projekte vermutlich Anzeigen bei Goolge schalten und mit höherem monetären Aufwand um Unterstützung werben. Soziale Netzwerke helfen aber dabei, dass eigene Anliegen viel zielgerichteter bekannt zu machen. Im ersten Schritt sind dies laut Slava Rubin, Gründer von indiegogo.com, enge Freunde, Bekannte oder auch die Familie (Kontakte 1. Grades). Deren Weiterempfehlungen (bsp. über Social Media) führen im zweiten Schritt dazu, dass auch Kontakte 2. Grades vom Crowdfunding-Projekt erfahren. Damit ist der Multiplikatoreffekt sozialer Netzwerke aber noch längst nicht ausgeschöpft: Auf den Webseiten können auch völlig Unbekannte Informationen zum Projekt, dem Starter und den bisherigen Geldgeber beziehen.  Sie sind nicht mehr die ersten, die einem für sie unbekannten Menschen, über das Internet Geld geben. Die Schwarmintelligenz hat eingesetzt.

Trotz dieses klaren Layouts existieren beim Begriff Crowdfunding noch viele unterschiedliche Definitionen. In Zukunft bieten sich vier Betrachtungsweisen an: Erstens, Donation-based Crowdfunding für Projekte mit altruistischem Charakter. Anders als bisher, sollte hier bei einem Verfehlen des Projektziels das eingeworbene Geld nicht an die Unterstützer zurückgezahlt, sondern für das Projekt gespendet werden. Beim Rewad-based Crowdfunding wird Geld für Produkte oder Dienstleistungen bereitgestellt und verbleibt beim Gründer, während beim Lending-based Crowdfunding der Einsatz verzinst zurückfließt. Als vierte Variante bietet sich das Equity-based Crowdfunding an, bei denen beispielsweise als Gegenleistung für den Kredit Unternehmensbeteiligungen veräußert werden. Hier fliesst das Geld erst zurück, wenn die Beteiligung verkauft wird.

Insbesondere bei den beiden letzten Spielarten – Kredite und Unternehmensbeteiligungen – erweisen sich Micropayment-Systeme als der große Gamechanger. Unsere künftige Finanzwelt wird sich anhand institutionalisierte Strukturen wie Banken, Eigenkapitalgesellschaften und Investmentfond zu einer demokratischen und stabileren Variante ohne lästige Intermediäre wandeln müssen, um überlebensfähig zu sein. Deshalb ist Crowdfunding auch mehr als ein kurzer, neuer Trend. Vielmehr hat die neue Finanzierungsform das Zeug dazu, die künftige Finanzierung von Projekten völlig auf den Kopf zu stellen.

Dieser Text erschien als Gastartikel auf Next Media: Hamburg.

Social Media zur Finanzierung von Geschäftsideen – Post #13

Im Rahmen der Social Media Week Hamburg finden heute zum vierten Mal die Gründerworkshops Hamburg statt. Gastgeber ist IBM mit Global Entrepreneur Programme. Die Gründerworkshops sind als Alumnitreffen des Start-up Weekends im letzten Mai entstanden. Ganz herzlichen Dank an Yasha von Resmio und Serhat von Toptranslation für das Organisieren!

Mit einer kurzen Keynote versucht Clas heute Abend die Themen Social Media, Crowdfunding und Finanzierung von Gründungsideen in Verbindung zu setzen. Mit dem Fazit, dass Social Media es erst ermöglicht richtig Crowdfunding bzw. -Lending zu betreiben. Für Teilnehmer der Veranstaltung, hier sind die Folien.

Finmar auf dem Finance Future Forum 2012 – Post #7

Wir freuen uns außerordentlich, Finmar auf dem Finance Future Forum 2012 zum Thema Social Media Finance zu präsentieren!

Neben den Grundzügen des Geschäftsmodell werden wir insbsondere unsere Annahmen dahinter vorstellen:

– wie der Wisdom-of-the-Crowd-Effekt funktioniert und die Kreditprüfungskosten sozialisiert,

– wie das Vertrauen von Familiy, Friends and Fools es den Kreditnehmern ermöglicht, ihr soziales Kapital in Finanzkapital umzuwandeln,

– wie Transparenz und Social Media Marketing es der Crowd ermöglichen Bauchentscheidungen zu treffen,

– wie Peer-Pressure durch Social Monitoring abgelöst wird, und so Kredite ohne dingliche Sicherheiten ermöglicht werden.

Wir freuen uns auf interessante Diskussionen zu den Themen Web 2.0 und Social Media in der Finanzwirtschaft!

Das Forum bringt Quer- und Vorausdenker sowie Entscheider aus der Finanzwirtschaft zusammen und findet am 30. Januar 2012 in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main statt. Veranstalter sind die Beratungsfirma NetCo Consulting und die IHK Frankfurt am Main.

Die Ergebnisse unserer Marktforschung – Post #6

Unzählige Gespräche haben uns überzeugt, dass ein großer Bedarf für eine neue Form der Kreditvergabe existiert – insbesondere unter Selbstständigen und KMU. Aber was sagt die Zielgruppe dazu? Eine im März 2011 durchgeführte Online-Befragung mit 118 Teilnehmern hat Aufschluss gegeben.

Männer und Frauen waren mit 53%, respektive 47% in etwa in gleicher Anzahl vertreten. Zwei von drei Befragten waren zwischen 29 und 39 Jahre alt. Jeder vierte war älter als 40 Jahre und etwa jeder zehnte jünger als 29 Jahre.

Erfreulichstes Ergebnis für uns war, dass in der Eingangsfrage ganze 80% der 118 Befragten angaben, im Falle eines Finanzierungsbedarfs unsere Interplattform nutzen zu wollen. Um potentielle Kreditgeber von ihren Projekten zu überzeugen, scheinen unter den Befragten Informationen zum Unternehmen, zur Person und einen Link zur eigenen Homepage selbstverständlich zu sein. Fast zwei Drittel sind bereit, Fragen der Kreditgeber zu beantworten und befürworten ein kommunikatives Element. Nur jeder zehnte möchte komplett anonym bleiben. 44% können sich vorstellen in sozialen Medien für ihr Kreditprojekt zu werben.

Unter allen Teilnehmern unserer Befragung hatten wir einen Amazon-Gutschein verlost. Als glückliche Gewinnerin wurde Angela Mathea gezogen, die in ihrem Internetshop www.frauen-lieben-taschen.de mit Liebe ausgewählte  Handtaschen anbietet. Vielen, vielen Dank an alle die an der Befragung teilgenommen haben.  Ohne euch wären wir heute nicht dort wo wir sind!

Welche Anregungen habt Ihr? Wie würdet Ihr Kreditgeber überzeugen, in Euer Projekt zu investieren? Wir freuen uns über Kommentare.

Eine produktive Woche wünscht das Finmar-Team!

Premiere – Finmar stellt sich in der Handelskammer Hamburg vor! – Post #2

Am 10. August haben wir vor 22 Experten der Hamburger Finanzbranche Finmar erstmalig der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Der Arbeitskreis „Innovative Finanzprodukte“  des Vereins „Finanzplatz Hamburg e.V. “ hatte in die Handelskammer zu einer Sitzung eingeladen, bei der wir, nach der Präsentation durch Clas, Rede und Antwort standen.

Ergebnis der Diskussion und der anschließenden Gespräche: zum einen Zustimmung für das Geschäftsmodell, zum anderen aber auch Unverständnis. Insbesondere hat uns die Einschätzung erfreut, dass der Markt und die Nachfrage für das Produkt besteht. Einwände betrafen vor allem den operativen Teil im steuerrechtlichen, gesellschaftrechtlichen Bereich und die praktische Abwicklung. Es wurde beispielsweise nachgefragt, wie die praktische Abwicklung der Zahlungen erfolgen wird, wenn die monatlichen Überweisungen zwar sehr geringe Umfänge einnehmen, aber in großer Anzahl erfolgen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern des Arbeitskreises für die Aufmerksamkeit, für die gestellten Fragen und die angebrachte Kritik. Gerade letztere ist für die Entwicklung von Finmar in diesen Wochen von besonders hohen Nutzen für uns!