Social Media zur Finanzierung von Geschäftsideen – Post #13

Im Rahmen der Social Media Week Hamburg finden heute zum vierten Mal die Gründerworkshops Hamburg statt. Gastgeber ist IBM mit Global Entrepreneur Programme. Die Gründerworkshops sind als Alumnitreffen des Start-up Weekends im letzten Mai entstanden. Ganz herzlichen Dank an Yasha von Resmio und Serhat von Toptranslation für das Organisieren!

Mit einer kurzen Keynote versucht Clas heute Abend die Themen Social Media, Crowdfunding und Finanzierung von Gründungsideen in Verbindung zu setzen. Mit dem Fazit, dass Social Media es erst ermöglicht richtig Crowdfunding bzw. -Lending zu betreiben. Für Teilnehmer der Veranstaltung, hier sind die Folien.

Open Call für Bootstrapping Club: Gründer gesucht – Post #11

Der Bootstrapping Club ist eine neue Idee zur Unterstützung von Gründern in Hamburg. Dieser Open Call ist eine Aufforderung an alle interessierten Gründer sich zu melden und sich zu beteiligen. Hinter dieser Idee stecken Lena Schiller-Clausen (Betahaus), Wolfgang Wopperer (Mindmatters) und Clas Beese (Finmar).

Der Bootstrapping Club richtet sich an bootstrappende Gründer aus der Internet-, Software- und Games-Branche mit einem skalierbaren Geschäftsmodell. Sie verfolgen das Ziel, ein nachhaltig wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu schaffen – und nicht ein Start-up mit Exit-Orientierung zu gründen. Sie investieren ihre eigene Zeit – und vor allem tragen sie auch persönlich das finanzielle Risiko.
Feedback zu geben und zu bekommen steht im Mittelpunkt des Bootstrapping Clubs. Die Mitglieder haben gemeinsam, dass sie das dafür notwendige Empathievermögen und ein gerüttelt Maß an Selbstreflektion mitbringen.

Die Mitglieder kommen aus Hamburg und Umgebung. Für regelmäßige Treffen werden lange Anreisezeiten oder ähnliche Hindernisse vermieden. Und so die Treffen gut besucht.

Beim Bootstrapping Club treffen sich im Abstand von sechs Wochen bootstrappende Gründer in festen Gruppen. In einer Gruppe sind bis zu sechs Start-ups vertreten. Jeder präsentiert in zehn Minuten, was ihn oder ihr sie seit dem letzte Treffen umgetrieben hat, wie es heute geht und was bis zum nächsten Treffen passieren soll. Danach geben die Anderen Feedback, sie sagen in geschützter Atmosphäre – und nach den Regeln der Feedback-Kunst – was sie empfinden. Dabei ist das Feedback immer konstruktiv und ermöglicht den Mitgliedern, Selbst- und Fremdbild abzugleichen. Zudem ergibt sich die sonst seltene Möglichkeit, sich mit seinen Peers zu vergleichen und einzuschätzen (Benchmark). Nach einer halben Stunde ist das nächste Start-up dran. So dauert das Treffen circa einen halben Tag.

Die Treffen finden reihum bei den Mitgliedern statt. So lernt man gegenseitig die jeweiligen Arbeitsorte kennen und kann den Aufwand für die Gastgeber gerecht verteilen. Falls die Mitglieder keinen eigenen Arbeitsort haben, was beim Bootstrapping in der Anfangszeit fast zur guten Schule gehört, bietet es sich an, auf den Besprechungsraum des betahauses auszuweichen.

Die Initiatoren des Bootstrapping Clubs sind Lena Clausen, Wolfgang Wopperer und Clas Beese. Lena (@LenaClausen) hat mit Bootstrapping das betahaus hamburg aus dem Boden gestampft. Wolfgang (@wowo101)ist selber zweifacher Bootstraping-Gründer und hat als Dienstlesitungsunternehmer für Bootstrapper unzählige Einblicke gewinnen können. Clas (@ClasBeese) ist selber gerade bootstrappender Gründer von Finmar. Zuvor hat er in einem Inkubator mehrere hundert Gründer mit ebendiesem Werkzeug in die Selbstständgkeit begeleitet.

Der Boostrapping Club versteht sich als Unterstützungsidee von Gründern für Gründer. Dahinter steht keine Gewinnerzielungsabsicht. Die Trefffen sind deswegen kostenfrei.

Erstkontakt:
Clas Beese
clas.beese@finmar.com
01743296206

Logbuch 2011 – Post #10

Am Anfang war das Wort. Wörter.  Social lending, crowd funding, crowd lending, paypal, banking, disagio, mission – projektmatrix.

Eine Projektmatrix hatten wir erarbeitet. Johanna als Projektleiterin. Nach reiflicher Überlegung schien ihr das dann doch als zu gewaltig. Clas musste ran. Unter Finanzierung stand ein Startkapital von 200.000 €. Auch das erschien zu gewaltig. Bootstrapping war angesagt.

Phillip als Fachmann schob ein anderes Problem in den Vordergrund: „Personen sind es, für die ihr eine Plattform schaffen wollt. Welche?“
Phillip opferte einen Vormittag, dann wussten wir, was unter dem Begriff „Personas“ zu verstehen ist. Also wurden die Zielgruppen definiert. Sie bildeten die Basis für eine Marktbefragung. Die Antworten fielen mehrheitlich positiv aus (Post #6). Immerhin 80 % der Befragten konnten sich vorstellen die Plattform zu nutzen.
Bei den potentiellen Kreditnehmern zeigte sich auch Skepsis: Nur 44 % meinten, sie würden die Plattform unter den vorgegebenen Bedingungen nutzen.

Einen Namen musste das Baby nun haben. Eine lange Sitzung wurde es am 15. April. Der Name sollte kurz sein, einprägsam, im Web noch nicht vergeben. Darüber hinaus sollte der Name auf das USP der Plattform hinweisen: Die Verbindung von Finanzierung und Marketing. Am Ende kam „Finmar“ dabei heraus.

Zwischenstop Ende Mai: Das Team wird zur Crew: Johanna, Clas, Olli, Thomas, unterstützt von Anne, segeln. Kiel-Fehmarn und zurück. Um das Schießgebiet herum. Wir lernen uns kennen. Gutes Gefühl.

Ende Juli wird klar, das Projekt braucht den „Ganzen Mann“. Clas steigt voll ein, schlägt sein Hauptqartier im betahaus hamburg auf.

Der Blog Finmar startet mit dem One-Pager über das Unternehmen am 24. August. Vor dem Innovativkreis des Vereins „Finanzplatz Hamburg e.V.“ in der Handelskammer pitchen Clas und Thomas die Idee zum ersten Mal. Geballtes Unverständnis, nur einer begreift. Wir posten einen diplomatischen Blog.

Der September ist der Monat der Rechtsfragen. Clas rotiert: Rechtsanwälte, Handelskammer, Bafin, Bundesbank, Finanzamt, Bezirksamt. Finmar erhält die Erlaubnis zur Vermittlung von Darlehen. Bleiben das KWG, die Bafin. Hier werden wir mit einer Partnerbank zusammenarbeiten.

Der Lehrstuhl für Gründungsmanagement (Professor Schulte) an der Leuphana Universität Lüneburg schreibt drei Themen für Masterarbeiten aus: „Motivation der Geldgeber“, „Erfolgsfaktoren der Finanzierung“ und „Kopf- oder Bauchentscheidung  bei Geldgebern“ beschreiben die Inhalte. Am Nikolaustag erscheint Nathalie, sie will sich den Motiven der Geldgeber widmen.

Kaum zu glauben: IBM sagt ja. Finmar wird Mitglied der Smarter Planet Agenda. Wir werden unsere Begeisterung und unser Engagement zum Thema „Sozialkapital in Finanzkapital wandeln“ einbringen, IBM wird uns mit Software, Service und technischem Support unterstützen.

Zum Jahresende bleiben zwei Baustellen: Prototyping und die endgültige Festlegung von fünf Personas. Wir haben noch 24 Stunden. Die nutzen wir.

Motto für 2012: Am Anfang war die Tat!

3 Masterarbeiten an der Leuphana Universität Lüneburg ausgeschrieben – Post #5

Crowdlending ist eine brandneue Branche, die noch im entstehen begriffen ist. Pioniere in dieser Branche sorgen bereits für mehrjährige Erfahrungen. Nicht nur mit Finmar, sondern auch weltweit, entstehen in dieser Zeit weitere Portale mit unterschiedlichen Ansätzen für unterschiedliche Zielgruppen.

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Gründungsmanagement von Prof. Dr. Schulte der Leuphana Universität Lüneburg sind jetzt drei Masterarbeiten ausgeschrieben worden, um in diesem jungen und spannenden Forschungsfeld erste wissenschaftliche Erkenntisse zu erlangen.

 

Thema 1: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung. Forschungsfrage: Was bewegt die Kreditgeber ihr Geld zu verleihen? Altruismus, Gewinnerzielungsabsicht, Spieltrieb oder Neugierde? Oder etwas anderes?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 2: Erfolgsfaktoren der Finanzierung. Forschungsfrage: Welche Faktoren machen Projekte auf Crowdlending-Plattformen erfolgreich? Welche „Dos and Don´ts“ können für Kreditnehmer abgeleitet werden?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Erfolgsfaktoren der Finanzierung.“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 3: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber? Forschungsfrage: Wie entscheiden sich potentielle Kreditgeber eigentlich? Wird die Entscheidung eher emotional mit dem Bauch getroffen oder doch rational mit Kopf? Oder gibt es Mischformen?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber?“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Diese Masterarbeiten sind ist geeignet für eine Bewerbung um einen Förderpreis „Finanzkompass“. Nach unseren Informationen wird der Finanzplatz Hamburg e.V. den Förderpreis der für herausragende Abschlussarbeiten in 2012 erneut ausgeloben.

Wer vorab einfach etwas mehr wissen möchte, kann sich gerne vertrauensvoll an Clas wenden.

Genehmigungen und Erlaubnisse beim Crowdlending – Post #4

Dass bei der Entwicklung von Finmars Crowdlending-Plattform einige rechtliche Aspekte zu beachten sind, das wissen wir spätestens seit dem Gespräch und Blogpost mit und von Nina: http://www.crowdsourcingblog.de/blog/2011/09/14/crowdsourcing-und-recht-%e2%80%93-wo-ist-denn-da-ein-problem/.

Voran gingen bereits zahlreiche Gesprächen mit Rechtsanwälten, der Handelskammer, dem Bundesamt für Finanzaufsicht (Bafin), der Bundesbank, dem Finanzamt, dem Bezirksamt, dem einheitlichen Ansprechpartner und noch einigen anderen mehr. Folgendes hat sich ergeben: Speziell im Bereich Crowdlending sind zwei Gesetze zu beachten: Die Gewerbeordnung (GewO) und das Kreditwesengesetz (KWG). Für Finmar brauchen wir die Gewerbeerlaubnis nach §34c der GewO zur Vermittlung von Darlehen und die Erklärung der Bundesbank/Bafin, das unsere Vorhaben nicht erlaubnispflichtig nach dem KWG ist.

Die Gewerbeerlaubnis haben wir beantragt, die Gebühren von weniger als € 200 entrichtet und nach einigen Wochen Bearbeitungszeit auch erhalten.

Zudem suchen wir den Dialog suchen mit der Bundesbank/Bafin. Schon bei der Entwicklung der Plattform, der Prozesse und der Verträge sind Regulierungsbehörden involviert. So haben wir die Absicht, dass die Plattform so zu entwickeln, dass unser Vorhaben nicht erlaubnispflichtig wird. Ein späteres Ändern der Plattform ist mit enormen Aufwand verbunden, was wir zu vermeiden versuchen.

Möglich ist dieses Vorgehen, da wir uns entschieden haben mit einer strategischen Partnerbank zusammen zu arbeiten. Bei erfolgreichen Bietprozessen wird die Bank zunächst die einzelnen Beträge von den Kreditnehmern einsammeln, in einer Summe an den Kreditnehmer weiterleiten und dann die daraus entstehenden Forderungen an die Kreditgeber abgetreten.

Ein Tipp zum Schluss: Die Behördenhotline 115 ist super!

Further Reading:

Als praktische Informationen der Bafin und der Bundesbank seien empfohlen: das BaFin Journal 05/07, das Merkblatt von Mai 2007 sowie das Merkblatt über die Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen.

Für die weitere Entwicklung von Crowdlending sicherlich auch von Interesse: Im Juni 2010 antwortete die Bundesregierung auf die Anfrage Private Kreditvergabe im Internet durch die Grünen im Deutschen Bundestag.