finmat hat ein neues Logo – allerdings nicht ganz freiwillig – Blogpost # 55

finmar hat ein neues Logo

Wir haben stundenlang auf allen Webseiten, Diensten, Social Media Accounts usw. das Logo ausgetauscht. Das neue Logo hat nach wie vor die selbe Schrift, aber das Symbol ist neu. finmar_logo2014_220x50Doch wieso haben wir das gemacht? Nicht ganz freiwillig um ehrlich zu sein. Hier ist die Geschichte von Anfang an.

Irgendwann im Janaur 2014 bekamen wir Post. Aber nicht einen Umschlag mit der Deutschen Post, sondern der UPS-Bote machte uns an der Kaffee-Bar im betahaus ausfinding und wollte eine Unterschrift. Eigentlich hatten wir gar nichts bestellt und rissen das Päckchen verwundert auf. Darin waren mehr als 500 Seiten Papier. Leider schon bedruckt, also für den Kopierer nicht zu gebrauchen. Es stellte sich raus, dass das Patent- und Markenamt uns etwas weitgeleitet hatte. Gegen unsere Markenanmeldung war Widerspruch eingelegt worden. Wir versuchten die 500 Seiten anzulesen. Nichts zu machen, dass würde mehr als eine Woche dauern. Also googlten wir erstmal, wer uns denn da schrieb: die finra. Ja, klingt ähnlich wir finmar, hatten wir bis dahin trotzdem noch nicht von gehört. Schnell wurde klar, die finra ist die Wertpapieraufsichtsbehörde der USA! Ooops.

Und es wurde deutlich, was die von uns wollten. Irgendjemand hatte die Anmeldung unserer Wort-Bild-Marke bemerkt und eine Ähnlichkeit zur Marke der finra festgestellt. Die Aufsichtsbehörde der USA hatte doch tatsächlich eine europäische Marke in Madrid angemeldet. Das hatten wir bei der finmar-Markenanmeldung nicht geprüft. Schließlich wollten wir in Deutschalnd starten und nicht sofort die Weltherrschaft anstreben. Jedenfalls wollte die finra, dass wir unsere Anmeldung sofort zurück ziehen sollten. Neues Logo und neuer Name – uiuiui. Viel Arbeit.

Wir haben dann mal etwas genauer hingeschaut. Wir verwendeten ein Symbol oben rechts, das aus einem Tetraeder bestand, der mosaikartig untergliedert war. In Blau. Und das Wort „finmar“ in anthrazit-farbiger Schrift. Die finra hat auch Schrift in Anthrazit. Und ein Symbol. Oben rechts. Auch in blau und irgendwie ähnlich untergliedert. Das sahen wir schnell ein, eine Verwechslungsgefahr war nicht zu leugnen. Wir hatten natürlich nicht bei der finra abgekupfert, dass Image einer Aufsichtsbehörde wolllen wir mit finmar nicht kommunizieren. Aber das mussten wir der finra ja erst einmal erklären.

Wir haben dann realitv schnell vorgeschlagen, dass wir das Symbol gerne verändern, aber bitte weiterhin finmar heißen dürfen. Nach langer, sehr langer Verhandlung bis in den Mai 2015, konnten wir dann eine Abgrenzungsvereinbarung mit der finra schließen. Wir haben die Löschung unserer alten Marke beantragt. Und eine Neue angemeldet, gegen die finra keinen Widerspruch erheben wird. Darum haben wir jetzt eine neues Logo.

Wir bedanken uns bei unserer Arrt Direktorin Inken Arntzen (http://www.meyola.de/) für die Gestaltung sämtlicher Entwürfe und das finale neue Logo. Wir bedanken uns bei unserem Rechtsanwalt Lars Harder-Prinz (von Beutler Meinking Rechstanwälte http://www.bm-law.de/) für den hoch-professionellen Rechtsbeistand der uns immer ein gutes Gefühl gab. Und nicht zu letzte bedanken wir uns bei dem gegnerischen Anwalt aus Frankfurt für die konstruktive Lösungsfindung.

 

 

 

Kredite bis 25.000 Euro und hohe Rückzahlungsquoten – Post # 33

Auf finmar haben wir uns bewusst dazu entschlossen, Kredite bis 25.000 Euro zu vergeben und nicht höher. Dafür haben wir einige Gründe.

Auf finmar werden Kredite von mittelständische Unternehmern und Freiberuflern in Anspruch genommen. Sie werden häufig bei der Finanzierung ihrer Tätigkeit über Hausbanken benachteiligt oder komplett davon ausgeschlossen.

Die Gründe hierfür liegen dabei nicht an schlechteren Bonitäten oder fehlenden Sicherheiten. Sie liegen vielmehr darin, dass Banken aufgrund der geringen Kreditsumme zu wenig verdienen. Denn die Kosten der Kreditprüfung und die nötige Überwachung machen solche Kreditvergaben unrentabel. Und auch Sicherheiten oder Bürgschaften können nicht helfen, denn die tatsächliche Verwertung einer Sicherheit, zum Beispiel eines Gebrauchtwagens, ist viel zu teuer um sich zu lohnen.

Mit Krediten bis 25.000 Euro ermöglichen wir es Selbstständigen und Freiberuflern, Finanzierungslücken ihrer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit zu schließen, während für unsere Anleger die Risiken des Kreditausfalls gering bleiben. Da Kreditnehmer für die Forderungen der Anleger persönlich und unbeschränkt haften, besteht die einzige Möglichkeit sich endgültig dieser Haftung zu entziehen in einer Privatinsolvenz, in der sich Personen von ihren Schulden befreien lassen können.

Die Privatinsolvenz bedeutet jedoch, dass die Vermögenswerte des Schuldners für 6 Jahre von einem Treuhänder verwaltet und zur Tilgung der Restschulden sowie Deckung der Verfahrenskosten herangezogen werden. Eine Privatinsolvenz und ein damit einhergehender Kreditausfall lohnt sich für Kreditnehmer also nur dann, wenn die ausstehenden Schulden höher sind als die Kosten des Insolvenzverfahrens plus alle monatlichen Überschüsse der Einkünfte der nächsten 6 Jahre. Solche Schulden liegen aber deutlich über 25.000 Euro.

Das Limit von 25.000 Euro sorgt also dafür, dass Kreditnehmer ein eigenes Interesse daran haben, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Und wenn das Unternehmen einmal nicht so läuft wie geplant, dann sucht man sich halt einen Job und zahlt die Raten ab.

So sollen sich langfristig hohe Rückzahlungsquoten entwicklen, die zu einem günstigen Zinsniveau für Kreidtnehmer führen. Einer der Gründe, warum wir finmar gründen.

finmar unterstützt „A Framework for European Crowdfunding“ – Post # 19

Wir unterstützen das White Paper „A Framework for European Crowdfunding“ von Kristof De Buysere, Oliver Gajda, Ronald Kleverlaan und Dan Marom.

Das Autorenteam betont darin die Notwendigkeit der Einführung nutzerfreundlicher Gesetzgebung für den Bereich des Crowdfunding. Auch fordert das Papier eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit, um die Marktteilnehmer sicherer agieren zu lassen. Darüber hinaus wird die stärkere wissenschaftliche Aufmerksamkeit angefordert.

www.crowdfundingframework.eu

Hier zum Download: European_Crowdfunding_Framework_Oct_2012

Logbuch 2011 – Post #10

Am Anfang war das Wort. Wörter.  Social lending, crowd funding, crowd lending, paypal, banking, disagio, mission – projektmatrix.

Eine Projektmatrix hatten wir erarbeitet. Johanna als Projektleiterin. Nach reiflicher Überlegung schien ihr das dann doch als zu gewaltig. Clas musste ran. Unter Finanzierung stand ein Startkapital von 200.000 €. Auch das erschien zu gewaltig. Bootstrapping war angesagt.

Phillip als Fachmann schob ein anderes Problem in den Vordergrund: „Personen sind es, für die ihr eine Plattform schaffen wollt. Welche?“
Phillip opferte einen Vormittag, dann wussten wir, was unter dem Begriff „Personas“ zu verstehen ist. Also wurden die Zielgruppen definiert. Sie bildeten die Basis für eine Marktbefragung. Die Antworten fielen mehrheitlich positiv aus (Post #6). Immerhin 80 % der Befragten konnten sich vorstellen die Plattform zu nutzen.
Bei den potentiellen Kreditnehmern zeigte sich auch Skepsis: Nur 44 % meinten, sie würden die Plattform unter den vorgegebenen Bedingungen nutzen.

Einen Namen musste das Baby nun haben. Eine lange Sitzung wurde es am 15. April. Der Name sollte kurz sein, einprägsam, im Web noch nicht vergeben. Darüber hinaus sollte der Name auf das USP der Plattform hinweisen: Die Verbindung von Finanzierung und Marketing. Am Ende kam „Finmar“ dabei heraus.

Zwischenstop Ende Mai: Das Team wird zur Crew: Johanna, Clas, Olli, Thomas, unterstützt von Anne, segeln. Kiel-Fehmarn und zurück. Um das Schießgebiet herum. Wir lernen uns kennen. Gutes Gefühl.

Ende Juli wird klar, das Projekt braucht den „Ganzen Mann“. Clas steigt voll ein, schlägt sein Hauptqartier im betahaus hamburg auf.

Der Blog Finmar startet mit dem One-Pager über das Unternehmen am 24. August. Vor dem Innovativkreis des Vereins „Finanzplatz Hamburg e.V.“ in der Handelskammer pitchen Clas und Thomas die Idee zum ersten Mal. Geballtes Unverständnis, nur einer begreift. Wir posten einen diplomatischen Blog.

Der September ist der Monat der Rechtsfragen. Clas rotiert: Rechtsanwälte, Handelskammer, Bafin, Bundesbank, Finanzamt, Bezirksamt. Finmar erhält die Erlaubnis zur Vermittlung von Darlehen. Bleiben das KWG, die Bafin. Hier werden wir mit einer Partnerbank zusammenarbeiten.

Der Lehrstuhl für Gründungsmanagement (Professor Schulte) an der Leuphana Universität Lüneburg schreibt drei Themen für Masterarbeiten aus: „Motivation der Geldgeber“, „Erfolgsfaktoren der Finanzierung“ und „Kopf- oder Bauchentscheidung  bei Geldgebern“ beschreiben die Inhalte. Am Nikolaustag erscheint Nathalie, sie will sich den Motiven der Geldgeber widmen.

Kaum zu glauben: IBM sagt ja. Finmar wird Mitglied der Smarter Planet Agenda. Wir werden unsere Begeisterung und unser Engagement zum Thema „Sozialkapital in Finanzkapital wandeln“ einbringen, IBM wird uns mit Software, Service und technischem Support unterstützen.

Zum Jahresende bleiben zwei Baustellen: Prototyping und die endgültige Festlegung von fünf Personas. Wir haben noch 24 Stunden. Die nutzen wir.

Motto für 2012: Am Anfang war die Tat!

Genehmigungen und Erlaubnisse beim Crowdlending – Post #4

Dass bei der Entwicklung von Finmars Crowdlending-Plattform einige rechtliche Aspekte zu beachten sind, das wissen wir spätestens seit dem Gespräch und Blogpost mit und von Nina: http://www.crowdsourcingblog.de/blog/2011/09/14/crowdsourcing-und-recht-%e2%80%93-wo-ist-denn-da-ein-problem/.

Voran gingen bereits zahlreiche Gesprächen mit Rechtsanwälten, der Handelskammer, dem Bundesamt für Finanzaufsicht (Bafin), der Bundesbank, dem Finanzamt, dem Bezirksamt, dem einheitlichen Ansprechpartner und noch einigen anderen mehr. Folgendes hat sich ergeben: Speziell im Bereich Crowdlending sind zwei Gesetze zu beachten: Die Gewerbeordnung (GewO) und das Kreditwesengesetz (KWG). Für Finmar brauchen wir die Gewerbeerlaubnis nach §34c der GewO zur Vermittlung von Darlehen und die Erklärung der Bundesbank/Bafin, das unsere Vorhaben nicht erlaubnispflichtig nach dem KWG ist.

Die Gewerbeerlaubnis haben wir beantragt, die Gebühren von weniger als € 200 entrichtet und nach einigen Wochen Bearbeitungszeit auch erhalten.

Zudem suchen wir den Dialog suchen mit der Bundesbank/Bafin. Schon bei der Entwicklung der Plattform, der Prozesse und der Verträge sind Regulierungsbehörden involviert. So haben wir die Absicht, dass die Plattform so zu entwickeln, dass unser Vorhaben nicht erlaubnispflichtig wird. Ein späteres Ändern der Plattform ist mit enormen Aufwand verbunden, was wir zu vermeiden versuchen.

Möglich ist dieses Vorgehen, da wir uns entschieden haben mit einer strategischen Partnerbank zusammen zu arbeiten. Bei erfolgreichen Bietprozessen wird die Bank zunächst die einzelnen Beträge von den Kreditnehmern einsammeln, in einer Summe an den Kreditnehmer weiterleiten und dann die daraus entstehenden Forderungen an die Kreditgeber abgetreten.

Ein Tipp zum Schluss: Die Behördenhotline 115 ist super!

Further Reading:

Als praktische Informationen der Bafin und der Bundesbank seien empfohlen: das BaFin Journal 05/07, das Merkblatt von Mai 2007 sowie das Merkblatt über die Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen.

Für die weitere Entwicklung von Crowdlending sicherlich auch von Interesse: Im Juni 2010 antwortete die Bundesregierung auf die Anfrage Private Kreditvergabe im Internet durch die Grünen im Deutschen Bundestag.