Die Ergebnisse unserer Marktforschung – Post #6

Unzählige Gespräche haben uns überzeugt, dass ein großer Bedarf für eine neue Form der Kreditvergabe existiert – insbesondere unter Selbstständigen und KMU. Aber was sagt die Zielgruppe dazu? Eine im März 2011 durchgeführte Online-Befragung mit 118 Teilnehmern hat Aufschluss gegeben.

Männer und Frauen waren mit 53%, respektive 47% in etwa in gleicher Anzahl vertreten. Zwei von drei Befragten waren zwischen 29 und 39 Jahre alt. Jeder vierte war älter als 40 Jahre und etwa jeder zehnte jünger als 29 Jahre.

Erfreulichstes Ergebnis für uns war, dass in der Eingangsfrage ganze 80% der 118 Befragten angaben, im Falle eines Finanzierungsbedarfs unsere Interplattform nutzen zu wollen. Um potentielle Kreditgeber von ihren Projekten zu überzeugen, scheinen unter den Befragten Informationen zum Unternehmen, zur Person und einen Link zur eigenen Homepage selbstverständlich zu sein. Fast zwei Drittel sind bereit, Fragen der Kreditgeber zu beantworten und befürworten ein kommunikatives Element. Nur jeder zehnte möchte komplett anonym bleiben. 44% können sich vorstellen in sozialen Medien für ihr Kreditprojekt zu werben.

Unter allen Teilnehmern unserer Befragung hatten wir einen Amazon-Gutschein verlost. Als glückliche Gewinnerin wurde Angela Mathea gezogen, die in ihrem Internetshop www.frauen-lieben-taschen.de mit Liebe ausgewählte  Handtaschen anbietet. Vielen, vielen Dank an alle die an der Befragung teilgenommen haben.  Ohne euch wären wir heute nicht dort wo wir sind!

Welche Anregungen habt Ihr? Wie würdet Ihr Kreditgeber überzeugen, in Euer Projekt zu investieren? Wir freuen uns über Kommentare.

Eine produktive Woche wünscht das Finmar-Team!

3 Masterarbeiten an der Leuphana Universität Lüneburg ausgeschrieben – Post #5

Crowdlending ist eine brandneue Branche, die noch im entstehen begriffen ist. Pioniere in dieser Branche sorgen bereits für mehrjährige Erfahrungen. Nicht nur mit Finmar, sondern auch weltweit, entstehen in dieser Zeit weitere Portale mit unterschiedlichen Ansätzen für unterschiedliche Zielgruppen.

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Gründungsmanagement von Prof. Dr. Schulte der Leuphana Universität Lüneburg sind jetzt drei Masterarbeiten ausgeschrieben worden, um in diesem jungen und spannenden Forschungsfeld erste wissenschaftliche Erkenntisse zu erlangen.

 

Thema 1: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung. Forschungsfrage: Was bewegt die Kreditgeber ihr Geld zu verleihen? Altruismus, Gewinnerzielungsabsicht, Spieltrieb oder Neugierde? Oder etwas anderes?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 2: Erfolgsfaktoren der Finanzierung. Forschungsfrage: Welche Faktoren machen Projekte auf Crowdlending-Plattformen erfolgreich? Welche „Dos and Don´ts“ können für Kreditnehmer abgeleitet werden?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Erfolgsfaktoren der Finanzierung.“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 3: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber? Forschungsfrage: Wie entscheiden sich potentielle Kreditgeber eigentlich? Wird die Entscheidung eher emotional mit dem Bauch getroffen oder doch rational mit Kopf? Oder gibt es Mischformen?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber?“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Diese Masterarbeiten sind ist geeignet für eine Bewerbung um einen Förderpreis „Finanzkompass“. Nach unseren Informationen wird der Finanzplatz Hamburg e.V. den Förderpreis der für herausragende Abschlussarbeiten in 2012 erneut ausgeloben.

Wer vorab einfach etwas mehr wissen möchte, kann sich gerne vertrauensvoll an Clas wenden.

Genehmigungen und Erlaubnisse beim Crowdlending – Post #4

Dass bei der Entwicklung von Finmars Crowdlending-Plattform einige rechtliche Aspekte zu beachten sind, das wissen wir spätestens seit dem Gespräch und Blogpost mit und von Nina: http://www.crowdsourcingblog.de/blog/2011/09/14/crowdsourcing-und-recht-%e2%80%93-wo-ist-denn-da-ein-problem/.

Voran gingen bereits zahlreiche Gesprächen mit Rechtsanwälten, der Handelskammer, dem Bundesamt für Finanzaufsicht (Bafin), der Bundesbank, dem Finanzamt, dem Bezirksamt, dem einheitlichen Ansprechpartner und noch einigen anderen mehr. Folgendes hat sich ergeben: Speziell im Bereich Crowdlending sind zwei Gesetze zu beachten: Die Gewerbeordnung (GewO) und das Kreditwesengesetz (KWG). Für Finmar brauchen wir die Gewerbeerlaubnis nach §34c der GewO zur Vermittlung von Darlehen und die Erklärung der Bundesbank/Bafin, das unsere Vorhaben nicht erlaubnispflichtig nach dem KWG ist.

Die Gewerbeerlaubnis haben wir beantragt, die Gebühren von weniger als € 200 entrichtet und nach einigen Wochen Bearbeitungszeit auch erhalten.

Zudem suchen wir den Dialog suchen mit der Bundesbank/Bafin. Schon bei der Entwicklung der Plattform, der Prozesse und der Verträge sind Regulierungsbehörden involviert. So haben wir die Absicht, dass die Plattform so zu entwickeln, dass unser Vorhaben nicht erlaubnispflichtig wird. Ein späteres Ändern der Plattform ist mit enormen Aufwand verbunden, was wir zu vermeiden versuchen.

Möglich ist dieses Vorgehen, da wir uns entschieden haben mit einer strategischen Partnerbank zusammen zu arbeiten. Bei erfolgreichen Bietprozessen wird die Bank zunächst die einzelnen Beträge von den Kreditnehmern einsammeln, in einer Summe an den Kreditnehmer weiterleiten und dann die daraus entstehenden Forderungen an die Kreditgeber abgetreten.

Ein Tipp zum Schluss: Die Behördenhotline 115 ist super!

Further Reading:

Als praktische Informationen der Bafin und der Bundesbank seien empfohlen: das BaFin Journal 05/07, das Merkblatt von Mai 2007 sowie das Merkblatt über die Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen.

Für die weitere Entwicklung von Crowdlending sicherlich auch von Interesse: Im Juni 2010 antwortete die Bundesregierung auf die Anfrage Private Kreditvergabe im Internet durch die Grünen im Deutschen Bundestag.

Finmar auf der Better Beta Design Thinking Conference Post #3

Finmar, oder vielmehr Clas, waren bei der Better Beta dabei. Am 09. und 10. September fand die erste Better Beta Design Thinking Community Conference in Lüneburg statt. In Kooperation mit der Universität St. Gallen und der Leuphana Universität Lüneburg wurde neben der Hauptkonferenz am Samstag bereits am Freitag ein sog. Power Run angeboten. Hier sollten konkrete Gründungsideen einen konkreten Design Thinking Prozess durchlaufen.
Neugierde auf die Methode des Design Thinking und die Hoffnung auf Feedback zu der Idee von Finmar hatten mich nach Lüneburg gelockt. Es ging los mit einer wirkliche innovativen Methode: Facebook-Brainstorming. Statt die ca. 40 Teilnehmer in Kleingruppe vor Metaplanwänden zu postieren, war eine geschlossene Facebook-Gruppe eingerichtet worden. Hier sollten nun alle auf der Wall posten, was sie in der vergangen Woche ärgerliches erlebt und hatten, und wie man das besser machen könne. Während die die Digital Natives längst auf ihren Smartphones tippten, sorgten andere erst einmal für Stromversorgungen ihrer Laptops, versuchten sich in das doppelt und dreifach gesicherte WLAN einzuhacken um dann die Facebook-Gruppe zu finden. Leider erwies sich die Darstellung der Ideen auf der Wall als unübersichtlich. Immerhin haben wir es ausprobiert. Ich weiß nun: Papier und Stift bleiben meine erste Wahl beim Brainstorming.
Mit Visualisierungsübungen, Bestimmung der Stakeholder und Prototyping beendeten wir den ersten Tag. Am zweiten Tag hatte sich die Gruppe des Power Runs merklich verkleinert. Die Konferenz nebenan hatte begonnen und sorgte für Ablenkung. Nach einer kurzen Einführung in die Methode des Design Thinking (besser spät als nie) und des Business Modell Canvas der Stand der zweite Tag hauptsächlich im Zeichen von Prototyping.

Carsten Wille und Mark Euler vom Gründungsteam des Innovationsinkubators der Leuphana nahmen sich die Zeit, und gaben jeder der Gruppe ehrlich Feedback und bohrten mit ihren Fragen genau an den richtigen Stellen. Danke!
Vielen Dank ebenfalls an Mathieu Wendt , dem Gründer von SIFE Lüneburg , für die Unterstützung bis zu Schluss!
Fazit: Nach so viel Hinterfragen, Prototyping und Feedback ist zumindest eines klar geworden: Finmar ist nicht mehr in der Ideenphase, sondern steckt mitten in der Konzeptphase. Diskutieren hilft zunehmend weniger, wir müssen Idee endlich ausprobieren!
Und das schönste Feedback kam von Thore Debor, dem Co-Betreiber des Lüneburger Co-Working Spaces Freiraum: „Das gibt es noch nicht? Wieso gibt es das denn noch nicht? Das muss es doch geben!“

Premiere – Finmar stellt sich in der Handelskammer Hamburg vor! – Post #2

Am 10. August haben wir vor 22 Experten der Hamburger Finanzbranche Finmar erstmalig der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Der Arbeitskreis „Innovative Finanzprodukte“  des Vereins „Finanzplatz Hamburg e.V. “ hatte in die Handelskammer zu einer Sitzung eingeladen, bei der wir, nach der Präsentation durch Clas, Rede und Antwort standen.

Ergebnis der Diskussion und der anschließenden Gespräche: zum einen Zustimmung für das Geschäftsmodell, zum anderen aber auch Unverständnis. Insbesondere hat uns die Einschätzung erfreut, dass der Markt und die Nachfrage für das Produkt besteht. Einwände betrafen vor allem den operativen Teil im steuerrechtlichen, gesellschaftrechtlichen Bereich und die praktische Abwicklung. Es wurde beispielsweise nachgefragt, wie die praktische Abwicklung der Zahlungen erfolgen wird, wenn die monatlichen Überweisungen zwar sehr geringe Umfänge einnehmen, aber in großer Anzahl erfolgen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern des Arbeitskreises für die Aufmerksamkeit, für die gestellten Fragen und die angebrachte Kritik. Gerade letztere ist für die Entwicklung von Finmar in diesen Wochen von besonders hohen Nutzen für uns!