Big Data im Crowdfunding und wie finmar Sie davor schützt – Post # 26

Es ist Zeit für die Gretchenfrage.

Eben noch lobt sie Crowdfunding als eine fantastische demokratische Bewegung, doch dann reicht der Gründerin einer britischen Plattform ein Stichwort, um Crowdfunding einen schalen Beigeschmack zu verpassen. Denn die Moderatorin fragt nach Big Data.

Oh wie gut Big Data ist! Ihr neues Vorhaben, eine Datenbank aller britischen Crowdfunding-Projekte, wird feinste Ergebnisse liefern. Sie schwärmt davon, herausfinden zu können, in was die Crowd investiert, welche großen Trends im Anmarsch sind, wie Menschen ihre Investment-Entscheidungen treffen, wem sie vertrauen…

Noch härter gehen Firmen vor, die offen zugeben, bei Kreditanfragen alles zu analysieren, was sie kriegen können: Wie lang braucht der Kreditnehmer, um das Antragsformular auszufüllen? Wie oft wird der Text korrigiert? Welche privaten Informationen finden wir über den Kreditnehmer? Daraus ermitteln sich Kreditrahmen und monatlicher Zinssatz innerhalb kurzer Zeit ganz automatisch – ohne Emotionen, ohne Nachdenken, ohne Vertrauen.

Solche Projekte zielen einzig und allein darauf ab, Scores zu ermitteln, die später verkauft werden können. An Banken, Kreditinstitute und ja, auch an Crowdfunding-Plattformen. Diese Firmen glauben an Geld und Big Data. Und daran, dass das Eine ohne das Andere nicht möglich ist.

Wir glauben an Menschen.

Mit finmar eröffnen wir eine Plattform, über die Menschen gemeinsam mittelständische Geschäftsprojekte realisieren. Auf finmar sollen sich alle auf Augenhöhe begegnen, um miteinander Win-Win-Situationen herzustellen. Wir finden es wichtiger, in Ideen zu investieren und künftige wirtschaftliche Erfolge einzuschätzen als den Kreditnehmern bis in den letzten Winkel ihrer Seele hinterherzuspionieren. „Werden Sie mit diesem Projekt erfolgreich sein?“ ist uns wichtiger als „Hat Ihr Freund weniger Geld als Sie?“

Unser Deal sieht so aus: Kreditnehmer bekommen Geld von der Crowd geliehen, dafür bekommt die Crowd Zinsen, finmar bekommt eine Service-Gebühr. Fertig. Ihre Daten aus diesem Deal gehören Ihnen. Wir verkaufen sie nicht, wir vermieten sie nicht, und wir geben sie nur für die Abwicklung unserer Vereinbarung an Dritte weiter, zum Beispiel an die Bank.

Was wir schon gemacht haben.

Wir haben Datenschutz-Richtlinien erstellt, die unserem Verständnis vom redlichen Umgang mit Daten entsprechen. Wir haben die 128 Bit SSL-Verschlüsselung zur Datenübertragung gewählt. Wir haben Social Plugins so datenfrei eingestellt, wie es uns möglich war. Für unseren Newsletter nutzen wir das Double-Opt-In-Verfahren, damit wir wissen, dass Sie unsere Infos wirklich wollen. Sobald wir merken, dass ein Nutzer Daten abgreift, sperren wir ihn für immer.

Was wir planen.

  • Wir werden uns im European Crowdfunding Network dafür einsetzen, dass guter Datenschutz zum Standard wird und der gesetzliche Rahmen Ihre Daten im Crowdfunding in Zukunft schützt.
  • Wir prüfen, wie wir Ihr Recht auf Vergessenwerden umsetzen können.
  • Wir versprechen, das Thema Big Data für Sie zu beobachten und Sie über Neuigkeiten zu informieren.

Zu Big Data haben haben wir eine klare Meinung – bitte haben Sie auch eine.

 

 

 

5 Arten! Royalty-based Crowdfunding erweitert unsere Welt. Post #25

5 Arten des Crowdfunding: royalty-based crowdfunding, equity-based crowdfunding, reward-based crowdfunding, donation-based crowdfunding, lending-based crowdfundingUpdate zum Post Das ist Crowdlending: Eine fünfte Art von Crowdfunding macht von sich reden, das royalty-based Crowdfunding.

Dabei bekommt der Geldgeber als Gegenleistung für sein Investment einen Anteil der Einnahmen aus dem finanzierten Projekt. (vgl. CF2013, massolution)

Für den Geldgeber ist dieses Modell also eine Wette auf den dauerhaften Erfolg eines einzelnen Produkts oder einer Idee. Für den Projekt-Inhaber haben die Royalties den Vorteil, dass er keine Anteile seines Unternehmens abgibt und die Zahlungsverpflichtung erst beim Projekterfolg eintritt. Interessant kann royalty-based Crowdfunding deshalb zum Beispiel für Patente und Erfindungen, Filme, Musikstücke, Games und Software oder Mode werden. Erste Projekte finden sich zum Beispiel bei Shares in Stars.

Und richtig spannend wird es, wenn nicht Geld ausgeschüttet wird, sondern Produkte oder Dienstleistungen. Dann bringt das Investment beim Winzer vielleicht richtig guten Wein, das beim Bäcker frische Brötchen und das beim Spa ein paar Wellnessgutscheine. Dann vermischen sich reward- und lending based Crowdfunding.

Wir sind gespannt, was uns dieser vielversprechende, jüngste Teil der Crowdfunding Welt in Zukunft bringt.

 

 

Soziales Netzwerk ist Erfolgsfaktor im Crowdfunding – Post #23

Social NetworkDie Unternehmensberatung Massolution geht in ihrem 2013 CF Industry Report auf die Erfolgsfaktoren für Crowdfunding-Projekte ein. Sie zitiert erste Untersuchungen, die darauf hindeuten, durch welche Faktoren ein Projekt viele Unterstützer findet.

Dabei hebt Massolution zwei Einflussgrößen besonders hervor: ein großes soziales Netzwerk und das frühe Engagement enger Kontakte.

40% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei 1.000 Facebook Kontakten.

Der Bericht verweist auf eine Untersuchung von Ethan Mollick. Er hat herausgefunden, dass schon 10 Kontakte auf Facebook eine um 9% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit für die Kampagne bringen als keine Facebook-Verlinkung. Bei 100 Kontakten ist die Erfolgswahrscheinlichkeit um 20% erhöht, bei 1.000 Kontakten um 40%. Wer also vielen Kontakten aus sozialen Netzwerken seine Crowdfunding-Kampagne zeigt, verbessert direkt seine Chancen auf das Erreichen des gewünschten Geldbetrags.

Frühes Engagement zweier „echter Freunde“ verdoppelt Erfolgsaussichten.

Ein Team aus Wissenschaftlern der Universitäten Maryland und Arizona hat sich mit der Frage beschäftigt, welchen Einluss enge persönliche Kontakte auf den Verlauf von Crowdfunding-Kampagnen haben. Sie fanden heraus, dass bereits die Beteiligung zweier enger Freunde die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Crowdfunding-Projekts verdoppelt. Interessant dabei: Über alle 56.584 untersuchten Projekte hinweg lag das durchschnittliche finanzielle Engagement dieser engen Freunde nur bei 4,4% des jeweiligen Funding-Limits. Es sorgt also weniger das Geld für den Erfolg der Kampagne, sondern vielmehr Faktoren wie ausgesendete Vertrauenssignale, Weiterleitung und Fürsprache.

Unser Fazit: Echte Freunde und enge Bindungen sind Gold wert. Wer im Crowdfunding erfolgreich sein möchte, sollte sich auf den guten und ehrlichen Rat eines geliebten Menschen verlassen. Am besten schon vor dem Start der Kampagne.

Das finmar Team grüßt alle seine Freunde!

Danke liebe Mamas, Papas, Geschwister, Ehefrauen und Ehemänner. Euch widmen wir diesen Artikel.

 

 

Das ist Crowdlending – Post #21

Oft gehört und doch verwirrt: Was ist Crowdlending eigentlich genau? Wo ist der Unterschied zum Crowdfunding oder zum Crowdsourcing?

Kurz gesagt: Crowdlending ist eine Form des Crowdfunding. Crowdfunding ist wiederum eine Form des Crowdsourcing.

Wer Crowdfunding nutzt, sammelt Geld von einer Vielzahl von Geldgebern ein. Die Unternehmensberatung Massolution nennt in ihrem Crowdfunding Industry Report (www.crowdsourcing.org) vier Arten des Crowdfunding:

1.    Equity-based Crowdfunding ist das Einsammeln von Eigenkapital. Hierbei holt der Unternehmer viele Anteilseigner ins Boot, die seinen wirtschaftlichen Erfolg mittragen. Die Investition ist langfristig.

2.    Beim lending-based Crowdfunding sammelt der Unternehmer Fremdkapital von der Masse der Investoren ein. Er leiht sich Geld, um es bald darauf verzinst zurückzuzahlen.

5 Arten des Crowdfunding: royalty-based crowdfunding, equity-based crowdfunding, reward-based crowdfunding, donation-based crowdfunding, lending-based crowdfunding3.    Das reward-based Crowdfunding verspricht den Beteiligten eine Belohnung für ihr Geld. Meistens ist diese Belohnung ein Produkt.

4.    Crowdfunding mit Donation-Ausrichtung zielt auf das Einsammeln von Spenden ab.

Auf finmar werden wir ein spezielles lending-based Crowdfunding (Crowdlending) anbieten. Hinter jedem Kreditprojekt wird dann ein mittelständisches geschäftliches Vorhaben stehen.

finmar unterstützt „A Framework for European Crowdfunding“ – Post # 19

Wir unterstützen das White Paper „A Framework for European Crowdfunding“ von Kristof De Buysere, Oliver Gajda, Ronald Kleverlaan und Dan Marom.

Das Autorenteam betont darin die Notwendigkeit der Einführung nutzerfreundlicher Gesetzgebung für den Bereich des Crowdfunding. Auch fordert das Papier eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit, um die Marktteilnehmer sicherer agieren zu lassen. Darüber hinaus wird die stärkere wissenschaftliche Aufmerksamkeit angefordert.

www.crowdfundingframework.eu

Hier zum Download: European_Crowdfunding_Framework_Oct_2012