Social Media zur Finanzierung von Geschäftsideen – Post #13

Im Rahmen der Social Media Week Hamburg finden heute zum vierten Mal die Gründerworkshops Hamburg statt. Gastgeber ist IBM mit Global Entrepreneur Programme. Die Gründerworkshops sind als Alumnitreffen des Start-up Weekends im letzten Mai entstanden. Ganz herzlichen Dank an Yasha von Resmio und Serhat von Toptranslation für das Organisieren!

Mit einer kurzen Keynote versucht Clas heute Abend die Themen Social Media, Crowdfunding und Finanzierung von Gründungsideen in Verbindung zu setzen. Mit dem Fazit, dass Social Media es erst ermöglicht richtig Crowdfunding bzw. -Lending zu betreiben. Für Teilnehmer der Veranstaltung, hier sind die Folien.

Logbuch 2011 – Post #10

Am Anfang war das Wort. Wörter.  Social lending, crowd funding, crowd lending, paypal, banking, disagio, mission – projektmatrix.

Eine Projektmatrix hatten wir erarbeitet. Johanna als Projektleiterin. Nach reiflicher Überlegung schien ihr das dann doch als zu gewaltig. Clas musste ran. Unter Finanzierung stand ein Startkapital von 200.000 €. Auch das erschien zu gewaltig. Bootstrapping war angesagt.

Phillip als Fachmann schob ein anderes Problem in den Vordergrund: „Personen sind es, für die ihr eine Plattform schaffen wollt. Welche?“
Phillip opferte einen Vormittag, dann wussten wir, was unter dem Begriff „Personas“ zu verstehen ist. Also wurden die Zielgruppen definiert. Sie bildeten die Basis für eine Marktbefragung. Die Antworten fielen mehrheitlich positiv aus (Post #6). Immerhin 80 % der Befragten konnten sich vorstellen die Plattform zu nutzen.
Bei den potentiellen Kreditnehmern zeigte sich auch Skepsis: Nur 44 % meinten, sie würden die Plattform unter den vorgegebenen Bedingungen nutzen.

Einen Namen musste das Baby nun haben. Eine lange Sitzung wurde es am 15. April. Der Name sollte kurz sein, einprägsam, im Web noch nicht vergeben. Darüber hinaus sollte der Name auf das USP der Plattform hinweisen: Die Verbindung von Finanzierung und Marketing. Am Ende kam „Finmar“ dabei heraus.

Zwischenstop Ende Mai: Das Team wird zur Crew: Johanna, Clas, Olli, Thomas, unterstützt von Anne, segeln. Kiel-Fehmarn und zurück. Um das Schießgebiet herum. Wir lernen uns kennen. Gutes Gefühl.

Ende Juli wird klar, das Projekt braucht den „Ganzen Mann“. Clas steigt voll ein, schlägt sein Hauptqartier im betahaus hamburg auf.

Der Blog Finmar startet mit dem One-Pager über das Unternehmen am 24. August. Vor dem Innovativkreis des Vereins „Finanzplatz Hamburg e.V.“ in der Handelskammer pitchen Clas und Thomas die Idee zum ersten Mal. Geballtes Unverständnis, nur einer begreift. Wir posten einen diplomatischen Blog.

Der September ist der Monat der Rechtsfragen. Clas rotiert: Rechtsanwälte, Handelskammer, Bafin, Bundesbank, Finanzamt, Bezirksamt. Finmar erhält die Erlaubnis zur Vermittlung von Darlehen. Bleiben das KWG, die Bafin. Hier werden wir mit einer Partnerbank zusammenarbeiten.

Der Lehrstuhl für Gründungsmanagement (Professor Schulte) an der Leuphana Universität Lüneburg schreibt drei Themen für Masterarbeiten aus: „Motivation der Geldgeber“, „Erfolgsfaktoren der Finanzierung“ und „Kopf- oder Bauchentscheidung  bei Geldgebern“ beschreiben die Inhalte. Am Nikolaustag erscheint Nathalie, sie will sich den Motiven der Geldgeber widmen.

Kaum zu glauben: IBM sagt ja. Finmar wird Mitglied der Smarter Planet Agenda. Wir werden unsere Begeisterung und unser Engagement zum Thema „Sozialkapital in Finanzkapital wandeln“ einbringen, IBM wird uns mit Software, Service und technischem Support unterstützen.

Zum Jahresende bleiben zwei Baustellen: Prototyping und die endgültige Festlegung von fünf Personas. Wir haben noch 24 Stunden. Die nutzen wir.

Motto für 2012: Am Anfang war die Tat!

Kreditnehmer auf Finmar: Welche Angaben schaffen Vertrauen und können die Anleger überzeugen? – Post #8

Die Kommentare zu unserem Post #6 nehmen wir zum Anlass, um unsere aktuellen Planungen vorzustellen und zu diskutieren. Wie sollten sich Kreditnehmer mit ihrem Projekt präsentieren, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen?

 

Jeder Kreditnehmer erstellt eine Projektseite, auf der alle Informationen zu Unternehmerperson, Unternehmen und Projekt übersichtlich zusammengefasst werden (s. Skizze). Kreditnehmer präsentieren sich mit ihrem Namen, Pseudonyme wird es nicht geben. Die Identität wird mit einer Signatur- und Geldwäschegesetz konformen Identifikationsmethode überprüft (bspw. PostIdent oder neuer Personalausweis).  Zusätzlich erstellen wir eine Liste mit Angaben, die für jeden Kreditnehmer verpflichtend sind. Wo und in welcher Form ein Bonitätsscoring einfließen wird, steht aktuell zur Diskussion. Darüber hinaus gehende Angaben, wie Businesspläne, o. ä. werden dagegen freiwillig sein.

An dieser Stelle entscheiden schließlich die Kreditgeber, welche Daten und Informationen sie überzeugen. Ggf. fragen sie nach weiteren Angaben, die sie für wichtig erachten. Ein Kreditgeber, der nichts von sich preisgeben will, wird auf Finmar keinen Erfolg haben. Dagegen schafft ein Kreditnehmer, der sich mit seinem Namen, eigener Website, etc. präsentiert, schlüssig erläutert, was er und/oder sein Unternehmen tun und wofür er einen Kredit benötigt, Vertrauen und wird ebendieses ernten.

Auf Finmar werden wir stärker als bestehende Angebote auf die Effekte der „Wisdom of the Crowd“ und die Einbeziehung sozialer Medien setzen. Es wird Diskussionsforen für Anleger und Kreditnehmer geben, und – ganz wichtig – die direkte Kommunikationsmöglichkeit zwischen Anlegern und Kreditnehmer.

In der Anfangsphase nach dem Launch der Plattform werden wir zunächst alle Kreditanträge persönlich prüfen und die Antragsteller persönlich beraten. Das sehen wir als notwendig an, um in dieser Phase maximale Sicherheit für die Anleger herzustellen, aber auch um für alle Beteiligten Lerneffekte zu generieren.

Finmar auf dem Finance Future Forum 2012 – Post #7

Wir freuen uns außerordentlich, Finmar auf dem Finance Future Forum 2012 zum Thema Social Media Finance zu präsentieren!

Neben den Grundzügen des Geschäftsmodell werden wir insbsondere unsere Annahmen dahinter vorstellen:

– wie der Wisdom-of-the-Crowd-Effekt funktioniert und die Kreditprüfungskosten sozialisiert,

– wie das Vertrauen von Familiy, Friends and Fools es den Kreditnehmern ermöglicht, ihr soziales Kapital in Finanzkapital umzuwandeln,

– wie Transparenz und Social Media Marketing es der Crowd ermöglichen Bauchentscheidungen zu treffen,

– wie Peer-Pressure durch Social Monitoring abgelöst wird, und so Kredite ohne dingliche Sicherheiten ermöglicht werden.

Wir freuen uns auf interessante Diskussionen zu den Themen Web 2.0 und Social Media in der Finanzwirtschaft!

Das Forum bringt Quer- und Vorausdenker sowie Entscheider aus der Finanzwirtschaft zusammen und findet am 30. Januar 2012 in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main statt. Veranstalter sind die Beratungsfirma NetCo Consulting und die IHK Frankfurt am Main.

Finmar auf der Better Beta Design Thinking Conference Post #3

Finmar, oder vielmehr Clas, waren bei der Better Beta dabei. Am 09. und 10. September fand die erste Better Beta Design Thinking Community Conference in Lüneburg statt. In Kooperation mit der Universität St. Gallen und der Leuphana Universität Lüneburg wurde neben der Hauptkonferenz am Samstag bereits am Freitag ein sog. Power Run angeboten. Hier sollten konkrete Gründungsideen einen konkreten Design Thinking Prozess durchlaufen.
Neugierde auf die Methode des Design Thinking und die Hoffnung auf Feedback zu der Idee von Finmar hatten mich nach Lüneburg gelockt. Es ging los mit einer wirkliche innovativen Methode: Facebook-Brainstorming. Statt die ca. 40 Teilnehmer in Kleingruppe vor Metaplanwänden zu postieren, war eine geschlossene Facebook-Gruppe eingerichtet worden. Hier sollten nun alle auf der Wall posten, was sie in der vergangen Woche ärgerliches erlebt und hatten, und wie man das besser machen könne. Während die die Digital Natives längst auf ihren Smartphones tippten, sorgten andere erst einmal für Stromversorgungen ihrer Laptops, versuchten sich in das doppelt und dreifach gesicherte WLAN einzuhacken um dann die Facebook-Gruppe zu finden. Leider erwies sich die Darstellung der Ideen auf der Wall als unübersichtlich. Immerhin haben wir es ausprobiert. Ich weiß nun: Papier und Stift bleiben meine erste Wahl beim Brainstorming.
Mit Visualisierungsübungen, Bestimmung der Stakeholder und Prototyping beendeten wir den ersten Tag. Am zweiten Tag hatte sich die Gruppe des Power Runs merklich verkleinert. Die Konferenz nebenan hatte begonnen und sorgte für Ablenkung. Nach einer kurzen Einführung in die Methode des Design Thinking (besser spät als nie) und des Business Modell Canvas der Stand der zweite Tag hauptsächlich im Zeichen von Prototyping.

Carsten Wille und Mark Euler vom Gründungsteam des Innovationsinkubators der Leuphana nahmen sich die Zeit, und gaben jeder der Gruppe ehrlich Feedback und bohrten mit ihren Fragen genau an den richtigen Stellen. Danke!
Vielen Dank ebenfalls an Mathieu Wendt , dem Gründer von SIFE Lüneburg , für die Unterstützung bis zu Schluss!
Fazit: Nach so viel Hinterfragen, Prototyping und Feedback ist zumindest eines klar geworden: Finmar ist nicht mehr in der Ideenphase, sondern steckt mitten in der Konzeptphase. Diskutieren hilft zunehmend weniger, wir müssen Idee endlich ausprobieren!
Und das schönste Feedback kam von Thore Debor, dem Co-Betreiber des Lüneburger Co-Working Spaces Freiraum: „Das gibt es noch nicht? Wieso gibt es das denn noch nicht? Das muss es doch geben!“