Darum setzen wir auf Transparenz im Crowdlending – Post #30

Kreditnehmer und Anleger machen sich öffentlichDie deutsche Sparstrumpf-Seele windet sich: Auf finmar sieht ja jeder, wem ich Geld leihe! Wieso geht das denn nicht anonym? Warum melden Menschen überhaupt öffentlich Kreditbedarf an? Die Antwort: Transparenz macht Crowdlending sicherer und effektiver.

Das Transparenzprinzip unterscheidet finmar von anderen Crowdlending-Plattformen, denn alle bisher in Deutschland verfügbaren Plattformen arbeiten anonym. Wenn gewollt und wenn alles gut läuft, dann bleiben die Identitäten der Anleger und Kreditnehmer voreinander verborgen. Das mag auch Vorteile haben, gerade wenn es sich um private Kreditnehmer handelt.

Aber auf finmar sind die Kreditnehmer aber Unternehmer und Selbständige. Sie profitieren von der Öffentlichkeit. Wie auf Kickstarter oder Indiegogo üblich, verbinden Unternehmer mit ihrer Crowdfunding-Kampagne die Themen Finanzierung und Marketing. Daher auch der Name „finmar“ als Zusammensetzung der jeweils beiden ersten Silben aus Finanzierung und Marketing. Dieser Mehrwert jedenfalls, der durch Marketing entsteht, wird durch Transparenz ermöglicht und durch Anonymität unmöglich gemacht. Der mühsam erstellte und bei der Bank eingereichte Business Plan kann die Sichtbarkeit des Projekts nicht erhöhen.

Die Transparenz wirkt nicht nur bei der Einwerbung des Kredits, sondern auch bei der Rückzahlung: Unter den Anlegern sind Freunde und möglichweise auch Kunden des Kreditnehmers. Werden Kreditraten verspätet oder gar nicht gezahlt, und alle Kredite auf finmar sind Ratenkredite, so bemerken die Anleger die ausbleibende Zahlung sofort.

Diese soziale Besicherung (oder im Englischen „Social Collateral) bringt höhere Rückzahlungsquoten, das erfreut nicht nur die Anleger, sondern auch die Kreditnehmer. Auf lange Sicht entsteht ein Marktplatz, auf dem endlich auch Selbstständige zu adäquaten Zinsen Kredite aufnehmen können.

Zudem glauben wir, dass es höchste Zeit ist, dem Bedarf nach Transparenz und Vertrauen in der professionellen Finanzdienstleistungsbranche nachzugehen und genau das zum Kern einer innovativen Dienstleistung zu machen.

Dieser Blogpost wurde inspiriert von folgendem Beitrag, den wir als Lektüre empfehlen möchten: „How P2P Social Banking can fix the Future of Finance“ von Morten Lund und Alexander Haislip in „Finanzdienstleister der nächsten Generation“, herausgegeben von Oliver Everling und Robert Lempka (2013 im Frankfurt School Verlag).

Das Finmar-Team im Workshop – Post #12

Was für ein Tag. Um 9:00 Uhr, für einige schon vor dem Aufwachen, treffen wir uns bei Thorsten. Die „Alten“, Clas, Sven, Thomas und die „Neuen“ Anne, Elke, Nathalie. Die Begrüßung kurz und herzlich. Dann geht es zur Sache.  Kennenlernen und Rollenklärung stehen im Mittelpunkt. Bis zur Pause um 13:00 Uhr haben wir Antworten auf essenzielle Fragen: Wer sind wir? Was treibt uns an?  Welches sind unsere Ressourcen? Wie werden wir uns einbringen?

Wanderung zum Mttagessen mit Philipp und Michael. Spätestens bei der Rückkehr nach anderthalb Stunden ist klar : Wir werden ein Team. Entsprechend zügig die nächsten Schritte:  Ziele definieren, Aufgaben formulieren, Rollen besetzen. Moderation von Thorsten, unserem externen Organisationsentwickler. Um 18:00 Uhr sind alle geschafft. Aber: Geschafft! Wir sind ein Team!

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.  Findet Erasmus von Rotterdam. Demnach sind wir glücklich.

Muss man verrückt sein, um im Finmar-Team zu arbeiten? Nicht unbedingt, aber es hilft.

Etwa  Anne-Katrin. Sie ist hochkarätige Beraterin. Diplomkauffrau, Leuphana Universität Lüneburg.  Berät sonst andere bedeutende Unternehmen  in Fragen der internen und externen Kommunikation.  Ihre Fragen kommen präzise, ihre Vorstellungen auch. Sie gibt Finmar und sich zwei Monate für die Entwicklung einer passenden CI und eines Kommunikationssystems, dass die Anforderungen an Finmar von zwei unterschiedlichen Kundengruppen abdeckt.

Oder Nathalie. MA  für Management and Entrepreneuership. MA für angewandte Literatur -und Kultur. Stürzt sich auf eines der von der Leuphana Universität Lüneburg ausgeschriebenen Themen: „Motivation der Kreditgeber auf der Plattform von Finmar“. Echte Herausforderung: Es gibt noch keine Kreditgeber.

Schließlich Sven. Urgestein der Gründungsberatung. Banker, Controller, Großhandelskaufman. Hat Lösungen. Sucht die passenden Probleme. Die gibt es bei KMU und Selbstständigen. Etwa Finanzierungsbedarf.

Drei, die unsere Begeisterung für Finmar teilen. Dazu Goethe: „Man fragt nicht, ob man durchaus übereinstimmt, sondern ob man in einem Sinne verfährt.“ Ja!

 

Kreditnehmer auf Finmar: Welche Angaben schaffen Vertrauen und können die Anleger überzeugen? – Post #8

Die Kommentare zu unserem Post #6 nehmen wir zum Anlass, um unsere aktuellen Planungen vorzustellen und zu diskutieren. Wie sollten sich Kreditnehmer mit ihrem Projekt präsentieren, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen?

 

Jeder Kreditnehmer erstellt eine Projektseite, auf der alle Informationen zu Unternehmerperson, Unternehmen und Projekt übersichtlich zusammengefasst werden (s. Skizze). Kreditnehmer präsentieren sich mit ihrem Namen, Pseudonyme wird es nicht geben. Die Identität wird mit einer Signatur- und Geldwäschegesetz konformen Identifikationsmethode überprüft (bspw. PostIdent oder neuer Personalausweis).  Zusätzlich erstellen wir eine Liste mit Angaben, die für jeden Kreditnehmer verpflichtend sind. Wo und in welcher Form ein Bonitätsscoring einfließen wird, steht aktuell zur Diskussion. Darüber hinaus gehende Angaben, wie Businesspläne, o. ä. werden dagegen freiwillig sein.

An dieser Stelle entscheiden schließlich die Kreditgeber, welche Daten und Informationen sie überzeugen. Ggf. fragen sie nach weiteren Angaben, die sie für wichtig erachten. Ein Kreditgeber, der nichts von sich preisgeben will, wird auf Finmar keinen Erfolg haben. Dagegen schafft ein Kreditnehmer, der sich mit seinem Namen, eigener Website, etc. präsentiert, schlüssig erläutert, was er und/oder sein Unternehmen tun und wofür er einen Kredit benötigt, Vertrauen und wird ebendieses ernten.

Auf Finmar werden wir stärker als bestehende Angebote auf die Effekte der „Wisdom of the Crowd“ und die Einbeziehung sozialer Medien setzen. Es wird Diskussionsforen für Anleger und Kreditnehmer geben, und – ganz wichtig – die direkte Kommunikationsmöglichkeit zwischen Anlegern und Kreditnehmer.

In der Anfangsphase nach dem Launch der Plattform werden wir zunächst alle Kreditanträge persönlich prüfen und die Antragsteller persönlich beraten. Das sehen wir als notwendig an, um in dieser Phase maximale Sicherheit für die Anleger herzustellen, aber auch um für alle Beteiligten Lerneffekte zu generieren.