Alles-oder-Nichts-Prinzip: kein Definitionskriterium für Crowdfunding. Post #24

Gehören auch Sie zu denjenigen, die glauben, das Alles-oder-Nichts-Prinzip sei eines der Definitionskriterien für Crowdfunding-Projekte? Dann lassen Sie Ihre Definition los, jetzt sofort! Sonst verpassen Sie mehr als Ihnen lieb ist.

Wer die Merkmale von Crowdfunding-Projekten zu 100% genau festhalten möchte, wird immer wieder scheitern. Warum? Ganz einfach. Weil jeden Moment eine Crowdfunding-Plattform launchen kann, die den soeben in Stein gemeißelten Kriterien widerspricht.

Ein Beispiel dafür ist das gute alte Alles-oder-Nichts-Prinzip, auch Threshold-Pledge genannt. Mehrere Quellen im Netz nennen es als Bestandteil einer Crowdfunding-Kampagne, z.B. wikipedia oder politik-digital. Aber allein die Nennung bedeutet noch nicht, dass es Teil einer Definition ist!

So viele Crowdfunding Plattformen nutzen das Alles-oder-Nichts-PrinzipWie die Beratungsfirma Massolution in einer Umfrage unter 362 internationalen Crowdfunding-Plattformen  herausfand, verpflichten überhaupt nur 54% der Anbieter zum Alles-oder-Nichts-Prizip. Das ist ziemlich wenig, um als Definitionskriterium zu dienen.

Alle anderen bieten das Alles-oder-Nichts-Prinzip als Option an oder verzichten ganz drauf. Gilt das Threshold-Pledge-System nicht, wird jeder erreichte Betrag ausgezahlt. Solche Anbieter sind deshalb besonders interessant für donation-based Crowdfunding Projekte.

Also: Weg mit dem Alles-oder-Nichts-Prinzip als Definitionskriterium für Crowdfunding! Sonst übersieht man schnell 46% einer neuen Branche.

Falls Sie sich dennoch an einer Definition festhalten wollen, schlagen wir vor, das Wort selbst als Definition zu nutzen. Es besteht aus den Teilwörtern Crowd und Funding. Ein Blick in das Oxford Dictionary: „Definition of crowdfunding – the practice of funding a project or venture by raising many small amounts of money from a large number of people, typically via the Internet…“

Thank you, Brits – mehr Definition braucht man nicht.

Soziales Netzwerk ist Erfolgsfaktor im Crowdfunding – Post #23

Social NetworkDie Unternehmensberatung Massolution geht in ihrem 2013 CF Industry Report auf die Erfolgsfaktoren für Crowdfunding-Projekte ein. Sie zitiert erste Untersuchungen, die darauf hindeuten, durch welche Faktoren ein Projekt viele Unterstützer findet.

Dabei hebt Massolution zwei Einflussgrößen besonders hervor: ein großes soziales Netzwerk und das frühe Engagement enger Kontakte.

40% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei 1.000 Facebook Kontakten.

Der Bericht verweist auf eine Untersuchung von Ethan Mollick. Er hat herausgefunden, dass schon 10 Kontakte auf Facebook eine um 9% höhere Erfolgswahrscheinlichkeit für die Kampagne bringen als keine Facebook-Verlinkung. Bei 100 Kontakten ist die Erfolgswahrscheinlichkeit um 20% erhöht, bei 1.000 Kontakten um 40%. Wer also vielen Kontakten aus sozialen Netzwerken seine Crowdfunding-Kampagne zeigt, verbessert direkt seine Chancen auf das Erreichen des gewünschten Geldbetrags.

Frühes Engagement zweier „echter Freunde“ verdoppelt Erfolgsaussichten.

Ein Team aus Wissenschaftlern der Universitäten Maryland und Arizona hat sich mit der Frage beschäftigt, welchen Einluss enge persönliche Kontakte auf den Verlauf von Crowdfunding-Kampagnen haben. Sie fanden heraus, dass bereits die Beteiligung zweier enger Freunde die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Crowdfunding-Projekts verdoppelt. Interessant dabei: Über alle 56.584 untersuchten Projekte hinweg lag das durchschnittliche finanzielle Engagement dieser engen Freunde nur bei 4,4% des jeweiligen Funding-Limits. Es sorgt also weniger das Geld für den Erfolg der Kampagne, sondern vielmehr Faktoren wie ausgesendete Vertrauenssignale, Weiterleitung und Fürsprache.

Unser Fazit: Echte Freunde und enge Bindungen sind Gold wert. Wer im Crowdfunding erfolgreich sein möchte, sollte sich auf den guten und ehrlichen Rat eines geliebten Menschen verlassen. Am besten schon vor dem Start der Kampagne.

Das finmar Team grüßt alle seine Freunde!

Danke liebe Mamas, Papas, Geschwister, Ehefrauen und Ehemänner. Euch widmen wir diesen Artikel.

 

 

3 Masterarbeiten an der Leuphana Universität Lüneburg ausgeschrieben – Post #5

Crowdlending ist eine brandneue Branche, die noch im entstehen begriffen ist. Pioniere in dieser Branche sorgen bereits für mehrjährige Erfahrungen. Nicht nur mit Finmar, sondern auch weltweit, entstehen in dieser Zeit weitere Portale mit unterschiedlichen Ansätzen für unterschiedliche Zielgruppen.

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Gründungsmanagement von Prof. Dr. Schulte der Leuphana Universität Lüneburg sind jetzt drei Masterarbeiten ausgeschrieben worden, um in diesem jungen und spannenden Forschungsfeld erste wissenschaftliche Erkenntisse zu erlangen.

 

Thema 1: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung. Forschungsfrage: Was bewegt die Kreditgeber ihr Geld zu verleihen? Altruismus, Gewinnerzielungsabsicht, Spieltrieb oder Neugierde? Oder etwas anderes?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Motivationen der Geldgeber und Geldgebersegmentierung“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 2: Erfolgsfaktoren der Finanzierung. Forschungsfrage: Welche Faktoren machen Projekte auf Crowdlending-Plattformen erfolgreich? Welche „Dos and Don´ts“ können für Kreditnehmer abgeleitet werden?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Erfolgsfaktoren der Finanzierung.“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Thema 3: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber? Forschungsfrage: Wie entscheiden sich potentielle Kreditgeber eigentlich? Wird die Entscheidung eher emotional mit dem Bauch getroffen oder doch rational mit Kopf? Oder gibt es Mischformen?

Der Langtitel lautet: „Geschäftskredite für Gründer und Unternehmer auf Crowdlending-Plattformen: Kopf- oder Bauchentscheidung der Geber?“. Hier geht es weiter zum Themenvorschlag.

 

Diese Masterarbeiten sind ist geeignet für eine Bewerbung um einen Förderpreis „Finanzkompass“. Nach unseren Informationen wird der Finanzplatz Hamburg e.V. den Förderpreis der für herausragende Abschlussarbeiten in 2012 erneut ausgeloben.

Wer vorab einfach etwas mehr wissen möchte, kann sich gerne vertrauensvoll an Clas wenden.